Nachdem ich letztes Jahr über den
Film "Unsere Erde"
gejubelt habe, mache ich dies nun über das
Meisterwerk "Unsere Ozeane" von
Jacques Perrin, den ich mir diese Woche mit
meinem Sohn Joseph angesehen habe. Und vor
allem: die Macher haben offensichtlich auf
meinen einzigsten Kritikpunkt bei "Unsere
Erde" gehört und haben über weite Strecken
einfach mal die Klappe gehalten und die
Bilder nicht ständig erklärt. Man
sitzt im Kino und taucht wahrlich ein in die
Welt unter dem Meeresspiegel.
Wenn man an die Unterwasserwelt denkt, dann ist
ja jedem mehr oder weniger bewusst, dass es schon
sehr bizarrre Lebewesen da unten gibt. Hier nur
mal zwei paar Beispiele:
Aber was das wirklich verrückte an dem Film ist:
die Geschichten, die erzählt werden und WIE sie
erzählt werden. Nur ein Beispiel. Da ist eine
hummerähnliche Gestalt die Hausputz macht. Sie
räumt Sand aus ihrer Höhle und schmeisst selbigen
auf den Meeresgrund. Wenn Sie aus der Höhle
kriecht, schaut sie nach links und rechts bevor
sie den Sand auf den Boden schmeisst und wieder
in der Höhle verschwindet. Dann erscheint eine
Krabbe und versucht den Hausputzer zu vermampfen.
Das gefällt ihr natürlich nicht und sie flüchtet
zurück in die Höhle. Von dort aus beobachtet sie
die weitere Entwicklung. Ein anderer
Meeresbewohner kommt und versucht wiederum die
Krabbe zu verspeisen. Mit Teilerfolg: sie zerrt
an einer der Scherenarme, solange bis der ganze
Arm abbricht. Da steht dann die bedepperte Krabbe
da und guckt in die Welt - so ganz mit nur einem
Scherenarm. Und was passiert? Der Hausputzer vom
Anfang stürzt aus seiner Höhle, gibt der Krabbe
einen offensichtlich rachemotivierten Stubs, das
die Krabbe auf den Rücken purzelt und völlig
deppert so liegen bleibt. Und der Hausputzer
flüchtet wieder in seine Höhle. Das alles wird
aus Kameraperspektiven erzählt, die in einem
animierten Film nicht kreativer gewählt sein
könnten. Großes Kino!
Hier mal noch eine andere große Szene aus dem
Film, die wie ich finde wie kaum eine andere
zeigt wie empfindsam Tiere sind.