Unsere Erde
10/02/2008 Abgelegt in: Filmbesprechungen
40 Kamerateams, 200 Drehorte, 5 Jahre
Produktionszeit. Der Film "Unsere Erde" faszinierte
mich allein schon aufgrund seiner
Produktionsbedingungen. Wenn eine solch umfangreiche
Naturdokumentation auf der großen Leinwand gezeigt
wird, muss man als Dokumentarfilmer einfach im
Kinosaal sitzen. 1000 Stunden Rohmaterial wurde für
den Film gedreht. Die eindrucksvollsten 99 Minuten
kann man im fertigen Produkt bestaunen. Und es lohnt
sich - die spektakulären und ästhetisch wertvollen
Bilder von den Tieren sind gigantisch. Besonders
einprägsam sind die Luftaufnahmen. Zum Beispiel: ein
Elefant hat den Anschluss zur Herde verloren und
kämpft sich von Durst geplagt allein durch die
südafrikanische Wüste. Die Kamera zeigt ihn
leinwandfüllend aus der Vogelpespektive und fährt
dann zurück, sodass seine Einsamkeit bildlich
übersetzt wird. Zum Schluss der Einstellung verliert
der Betrachter den Elefanten aus dem Auge weil die
gigantische Weite der Wüste das Bild dominiert. Ich
kenne keinen Dokumentarfilm der so stark die
bildlichen Mittel einsetzt um die Situationen in der
sich Tiere befinden durch die Wahrnehmung des Filmes
zu transportieren. Immer wieder finden sich
beeindruckende Bilder - samtweiches Wasser, das
gebrochen wird von einem Eisbären, der die
Wasseroberfläche durchdringt. Einmalige Bilder eines
Löwenrudel, das einen Elefanten jagt. Die Jagd eines
Weissen Haies in Superslowmotion. Nahezu jede
Einstellung hat eine enorme Bildwirkung.
Nur eines an dem Film hat mich von Anfang bis Ende gestört: der Kommentar. Beinahe jede Sequenz wird erklärt und beschrieben. Zum Beispiel: In einer absolut sauberen Kamerafahrt sehen wir eine ganze Weile einen kleinen Elefanten der hinter seiner Mutter herläuft. Er strauchelt, rückt wieder auf usw... Der Kommentar dazu erklärt, dass der kleine Elefant Probleme hat seiner Mutter zu folgen. Das sieht der Zuschauer. Zwar gibt der Sprecher stellenweise sehr interessante Zusatzinformationen (wie zB. dass das Buckelwalkalb täglich 600 Liter Milch trinkt, während seine Mutter kaum Nahrung findet) jedoch ist die Sprecherüberlegung größtenteils nur eine Doppelung des Gezeigten. Hier wirkte der Sprecher störend - da ich die Informationen lieber selber aus dem Filmbild lesen wollte. Mich hinderte der Sprecher größtenteils daran mit dem Film "Unsere Erde" selbst auf Entdeckungsreise unseres blauen Planeten zu gehen. Und damit verhinderte er eine Bewusstseinserweiterung in Bezug auf unseren Planeten. Der Kommentar schiebt sich zwischen das was gezeigt wird und dem Zuschauer. Hier hätten die Filmemacher m.E. sich stärker zurück nehmen sollen. Desweiteren vermenschlicht der Kommentar vereinzelt die Tiere zu stark. Ein hungriger Eisbär jagt zum Beispiel laut Kommentar ab einem gewissen Punkt "nur noch zum Trotz" ein Walruss.
Nichtsdestotrotz ist der Film ein Meilenstein innerhalb des dokumentarischen Genres. Noch nie wurde die Erde so beeindruckend als ganzheitliches Phänomen in einem Film beleuchtet. Noch nie wurden Zuschauer von derartig ausdrucksstarken und umfangreichen Naturaufnahmen überwältigt. Unsere Erde ist ein Film der einen neuen Standard im Bereich des dokumentarischen Filmes definiert und an dem zukünftige Werke gemessen werden.
Nur eines an dem Film hat mich von Anfang bis Ende gestört: der Kommentar. Beinahe jede Sequenz wird erklärt und beschrieben. Zum Beispiel: In einer absolut sauberen Kamerafahrt sehen wir eine ganze Weile einen kleinen Elefanten der hinter seiner Mutter herläuft. Er strauchelt, rückt wieder auf usw... Der Kommentar dazu erklärt, dass der kleine Elefant Probleme hat seiner Mutter zu folgen. Das sieht der Zuschauer. Zwar gibt der Sprecher stellenweise sehr interessante Zusatzinformationen (wie zB. dass das Buckelwalkalb täglich 600 Liter Milch trinkt, während seine Mutter kaum Nahrung findet) jedoch ist die Sprecherüberlegung größtenteils nur eine Doppelung des Gezeigten. Hier wirkte der Sprecher störend - da ich die Informationen lieber selber aus dem Filmbild lesen wollte. Mich hinderte der Sprecher größtenteils daran mit dem Film "Unsere Erde" selbst auf Entdeckungsreise unseres blauen Planeten zu gehen. Und damit verhinderte er eine Bewusstseinserweiterung in Bezug auf unseren Planeten. Der Kommentar schiebt sich zwischen das was gezeigt wird und dem Zuschauer. Hier hätten die Filmemacher m.E. sich stärker zurück nehmen sollen. Desweiteren vermenschlicht der Kommentar vereinzelt die Tiere zu stark. Ein hungriger Eisbär jagt zum Beispiel laut Kommentar ab einem gewissen Punkt "nur noch zum Trotz" ein Walruss.
Nichtsdestotrotz ist der Film ein Meilenstein innerhalb des dokumentarischen Genres. Noch nie wurde die Erde so beeindruckend als ganzheitliches Phänomen in einem Film beleuchtet. Noch nie wurden Zuschauer von derartig ausdrucksstarken und umfangreichen Naturaufnahmen überwältigt. Unsere Erde ist ein Film der einen neuen Standard im Bereich des dokumentarischen Filmes definiert und an dem zukünftige Werke gemessen werden.
0 replies | Antworten
- noch keine Kommentare eingetragen
