Ups & Downs

Selbständig zu sein ist nicht immer leicht. Es gibt Phasen da boomt das Geschäft. Es gibt Phasen da scheint jede Hochzeit schöner als die andere zu sein. Es gibt Filme die ich fertigstelle wo ich merke "Wow jetzt bist du noch ein Stück weiter qualitativ"... Und es gibt Phasen da scheint sich wirklich keiner für meine Arbeit zu interessieren. Es gibt Arbeitstage (wie die letzten drei) da beschäftige ich mich ausschliesslich mit dem Problem fertig geschnittene Filme, die in 4 verschiedenen Videoformaten vorliegen, auf eine DVD zu brennen. Sowas macht dann natürlich weniger Spass. Oder auch das meine 8mm Kamera (1. Beispiel folgt in Kürze!!!) bei dem ersten Einsatz bei einer Hochzeit den Geist aufgegeben hat war nicht geplant.




Aber es sind gerade solche Momente und Phasen die es auch braucht um die Schönheit des Berufs zu schätzen. Diese Woche ist es nun so dass ich mich wirklich mit Fehlermeldungen über Fehlermeldungen von meinem Rechner rumärgern musste. Ich habe DVD's finalisiert die auf zwei verschiedenen TV Sets völlig unterschiedlich aussahen. Alles nicht unbedingt glorreiche Momente... aber morgen gehts auf eine Hochzeit in der Location wo "Im Namen der Rose" gedreht wurde. Am Samstag begleite ich dann eine Deutsch-Amerikanische Traumhochzeit. Und mein Freund und Kollege Stefan filmt für mich die Hochzeit eines supercoolen Paares in Osnabrück. Bei jedem dieser Einsätze wird wieder irgendetwas schief gehen. Denn das tut es immer. Vielleicht wird ein wichtiges Bild unscharf. Vielleicht wackelt Stefan beim Ja-Wort die Kamera oder vielleicht regnet es bei der amerikanischen Trauung die Kameras nass. Aber all diese Momente gehören einfach dazu. Perfekte Filmaufnahmen werde ich NIE hinbekommen. Bei jedem meiner Bilder könnte man immer irgendwas besser machen. Aber mit jedem mal lerne ich dazu. Und Stück für Stück werden meine Produkte immer besser. Und das zu beobachten finde ich spannend und aufregend. Ich bin dankbar, dass meine Kunden mir das Vertrauen geben, dass ich sie an ihrem Ehrentag begleiten darf.

Dieses Jahr kommen noch viele spannende Projekte auf mich zu. Und bereits jetzt zeichnet sich ab das 2010 wieder ein superspannendes Jahr wird, da sich bereits sehr nette Menschen "angemeldet" haben. Eine liebe Kundin schickte mir gestern zum Zwecke der "Aufmunterung" zum Beispiel ein Foto von sich und ihrem Zukünftigen in Cowboykostümen...



Warum schreibe ich das alles? Ich wollte einfach mitteilen dass ich dankbar bin, dass ich diesen Job ausüben kann. Dankbar vor allem meinen Kunden, die ja immer mindestens so stark beteiligt an dem Endprodukt sind wie ich es bin. Und ich bin auch dankbar für die Phasen, in denen es mal nicht so läuft... "Der Himmel wird erst schön durch ein paar Wolken" hiess es schon in meinem Lieblingskindermärchen "Tabaluga und das leuchtende Schweigen"...

Und wisst ihr wem ich noch dankbar bin? Meiner Schwester Karina!!! Warum? Weil meinen allerersten Hochzeitsfilm habe ich Jahr 2005 bei Ihrer Feier gemacht. Sie hat mich überhaupt auf die Idee gebracht über Hochzeitsfilme nachzudenken. Ich habe auf meinem Rechner nur noch eine Mini-auflösende Version des Filmes. Und auch nur noch mehr oder weniger wahllos aneinander gereihte Sequenzen aus dem Film. Wer ein wenig meine Filme kennt, kann hiermit jetzt Einblick erlangen wie mein erster Hochzeitsfilm aussah und welche Entwicklung es seitdem gab. Gleichzeitig sieht man in dem Film meinen Vater, dem ich auch dankbar bin, da er mir in jungen Jahren seinen analogen Fotoapparat überlassen hatte und ich so früh anfangen konnte bildgestalterisch zu experimentieren. Mein Vater ist seit wenigen Tagen im Ruhestand. Er war Lehrer für Mathematik und Physik. Er hat mit ähnlicher Leidenschaft seinen Beruf ausgeübt wie ich es jetzt tue. Und gestern haben wir mal wieder etwas ausführlicher telefoniert und er freute sich für mich dass ich das beruflich machen kann, was für ihn immer ein liebes Hobby war. Er war als Knabe auch immer mit dem Fotoapparat unterwegs und wurde irgendwann gebeten mal Fotos bei einer Hochzeit zu machen. Wir beendeten das Gespräch indem er mir wünschte, dass ich morgen nicht so nervös sein soll wie er es damals immer war. Mittlerweile ist die Nervosität bei mir ein wenig neutralisiert durch Erfahrung, aber so ein klein wenig Aufregung gibt es bei jeder Trauung auch meinerseits. Und ich hoffe das bliebt auch noch ganz lange so. Weil wenn ich aufhöre gerührt oder nervös zu sein, dann ist es Zeit mit dem Job aufzuhören.

Hier der allererste Hochzeitsfilm...



Und in der Zeit in der ich das hier geschrieben habe meldet mein DVD-Erstellungsprogramm erstmals nach 3 Tagen "DVD Erstellung erfolgreich beendet" Zur Feier des Momentes gehe ich gleich mit meinem großen Sohn zu "Ice Age 3" Feiert auch ein wenig die Höhen und auch die Tiefen - worin immer ihr auch grad steckt!!

6 replies | Antworten


  1. Marc Weber schreibt am 02.07.2009, 19.57 Uhr

    Sehr schön geschrieben!
    Du sprichst mir aus der Seele, mach weiter so...

  2. marion schreibt am 03.07.2009, 08.53 Uhr

    Hey Konrad,
    vielleicht paßt das nicht so ganz zu Deinem Beitrag, aber vielleicht hilft das mal weiter, wenn de schlechte Laune wegen der Arbeit haben solltest...
    http://www.youtube.com/watch?v=MgVMwPQSg48

  3. Markus schreibt am 03.07.2009, 09.32 Uhr

    Ja lieber Konrad, so ist es genau so und nicht anders. Könnte ich nicht besser schreiben, nur, dass mein Vater Briefträger war und nicht Lehrer, aber er hat mir auch in vielen Dingen des Lebens die Freiheit gegeben, das zu machen, wozu ich Lust habe und dafür bin ich auch dankbar. Bei uns regnet es gerade wieder einmal, wie fast jeden Tag seit mind. 2 Wochen, aber der Himmer wird erst schön....

  4. Karina schreibt am 03.07.2009, 20.47 Uhr

    Mein kleiner Bruder ist erwachsen geworden! Da bin ich ja richtig froh dass ich geheiratet hab. Nicht auszudenken was geworden wäre wenn du etwas anderes als heute tun würdest um dir die Zeit zu vertreiben :-) Drück dich!

  5. Jürgen Stadtkowitz schreibt am 19.08.2009, 20.16 Uhr

    Mann mann mann,

    Dein Text rührt zu Tränen. Da wir uns kennen, weißt Du, dass ich es so meine.
    Wer so detailliert über sein Leben und wie es bisher verlief nachdenkt, alle Schwächen öffentlich kundtut, hat meine Hochachtung. Das regt an über sich selbst nachzudenken (tue ich sowieso) und wie es so gelaufen ist in der Vergangenheit und warum wir heute da stehen wo wir sind.
    Wenn das aber jemand tut, der noch nicht soweit gekommen ist wie Du, macht keine positive Eigenwerbung.
    So warte ich noch etwas mit meinen Memoiren. :)))

    Danke, dass ich Dich als Freund bezeichnen darf.
    Ich finde Dich chaotisch, unberechenbar, fahrlässig, genial und klasse. :)
    So wie Deine Filme.


    Liebe Grüsse
    Jürgen

  6. Konrad schreibt am 20.08.2009, 00.31 Uhr

    Jürgen, es ehrt mich dass ich den Spassmacher Nummer 1 im Netz (und in echt) zu solch emotionsreichen Worten bringen konnte!! Ich hoffe dass wir uns bald mal wieder in Ruhe zusammenhocken können um daran anzuknüpfen!!!



Name*
Vorname
Email
Homepage
commentary | Kommentar.*
Telefon
Security-Code *