Der Einfluss Moskaus & Pekings auf Angola & Mosambik

Johannes-Gutenberg Universität Mainz
Institut für Ethnologie und Afrika-Studien
Regionalseminar:
Angola und Mosambik - Von der Unabhängigkeit bis heute
Dozent: Czernik, Godehard
SS 2000


Der Einfluß Moskaus und Pekings auf ANGOLA & MOSAMBIK





Abgabetermin:
31.7.2000


1. Klassischer Marxismus

Die Industrialisierung, die ihre Anfänge 1870 in Großbritanien hatte, war Auslöser tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Mit der Abschaffung des Feudalsystems ging sowohl die Abhängigkeit als auch der Schutz der ländlichen Bevölkerung verloren. Als Ausweg wanderten immer mehr Menschen in die Städte. Unter dieser Urbanisierung entwickelten sich neue Arbeits- und Lebensformen. Schnell war alles dem Diktat der Rationalisierung und der Massenproduktion untergeordnet. Die Gesellschaft gruppierte sich neu: es gab die besitzenden Kapitalisten und das wirtschaftlich abhängige Proletariat. Zwischen diesen beiden Klassen entwickelten sich große soziale Probleme, die viele Theoretiker zu lösen versuchten. Einer von ihnen hieß Karl Heinrich Marx. Er interpretierte die Menschheitsgeschichte als Geschichte von Klassenkämpfen. Nach der Sklaverei und der Feudalzeit stehen sich theoretisch im Kapitalismus das Proletariat und die Bourgeosie gegenüber. Das mittellose und politisch machtlose Proletariat wird von der besitzenden Klasse ausgenutzt. Mit dem Voranschreiten der Industrialisierung erstarkt die arbeitende Gesellschaft zunehemend und vereint sich in einer Partei um gegen die verschärften Widersprüche zwischen den beiden Klassen zu kämpfen. In einem revolutionären Prozess reißt das Proletariat schließlich die Macht an sich und enteignet die besitzende Klasse mit dem Ziel, den hochentwickelten Kapitalismus abzuschaffen, da dieser die Arbeiter als Markteinheiten behandelt. Dadurch kommt es zu der Phase der Diktatur des Proletariats. Bestehende Herrschaftsstrukturen werden abgebaut, indem alle Produktionseinheiten und Besitztümer vergesellschaftet werden. In dieser Übergangsphase sollen allen Menschen gleiche Rechte eingestanden werden. Die klaffenden Kluften zwischen Stadt- und Landbevölkerung werden eingeebnet, sowie auch der Unterschied zwischen geistiger und körperlicher Arbeit. Marx war sich wohl bewusst, dass diese Phase lange andauern würde und dass sie von Ungerechtigkeiten begleitet werden wird. Ist jedoch das Endziel, die klassenlose Gesellschaft, erreicht, so leben die Menschen harmonisch miteinander und haben sich an die gesellschaftlichen Grundregeln gewöhnt. Dadurch werden staatliche Organisationen überflüssig und sterben allmählich ab.
Marx forderte diese Gesellschaftsumformation auf globaler Ebene. Alle Staaten sollten den kommunistischen Vorbildern nacheifern um so zu dem absoluten Weltfrieden zu gelangen.


2. Der russisch-chinesische Konflikt

Sowohl in Russland als auch in China kam es zur Revolution und Machtübernahme kommunistisch-orientierter Befreiungsbewegungen. In der Februarrevolution 1917 stürzten die Bolschewiken unter Lenin Zar Nikolaus II und übernahmen die Macht. Lenin übertrug die von Marx aufgestellte Gesellschaftsumformation auf Russland, indem er den Kommunismus auch in einem frühkapitalistischen Staat für erreichbar hielt. Nach einem mehrjährigen Bürgerkrieg folgten Reformen in der Wirtschaftspolitik, mit denen die Bevölkerung zu Zwangsarbeit verpflichtet wurde. Produzierte Güter wurden nicht der Bevölkerung zur Verfügung gestellt, sondern in Maschinenimporte investiert, welche die industrielle Basis für die Weiterentwicklung des Landes bilden sollten. Somit erfolgte eine Abkehr vom freiheitlichen Sozialismus hin zu einem totalitären Zwangsstaat.
In China versuchten die Funktionäre ein noch rückständigeres Land in kürzester Zeit zum Kommunismus zu verhelfen, indem die Bauern in Volkskommunen dafür bluten sollten. Chinesische Politiker interpretierten die klassischen Schriften Marx’ und Engels anders und suchten nach einem chinesischen Weg zum Kommunismus in Anlehnung an die russische Entwicklung. Dabei machten sie sich die Improvisationen und Experimente der Russen zunutze. Anders als in Russland, wo das Proletariat als Träger der Revolution galt, stellte in China die Bauernschaft die größte Stütze der Kommunisten dar. Dies beruhte auf den unterschiedlichen historischen Bedingungen. Dass das Proletariat nicht zwingend Träger der Revolution sein muss, hatte große Wirkung auf das landwirtschaftliche Afrika hinterlassen. Sowohl Lenin als auch der einflussreichste chinesische Kommunist Mao Tse-tung schürten reaktionäre Gedanken bei der Bevölkerungsschicht, die dem kommunistischen Weg folgen würden.
Lenin versprach den Arbeitern die Herrschaft. Tatsächlich bestand ein großer Teil der KPdSU aus Arbeitern, die Führungsgremien jedoch wurden stets mit gebildeten Berufsfunktionären besetzt. Das chinesische Proletariat hat sich schon frühzeitig von der KPCh abgewandt. 1926 galt sie noch als „führende Kraft der revolutionären Bewegung“, doch bald darauf war die KPCh von der gegnerischen, nicht-kommunistischen KMT aus der Stadt verdrängt. Mao suchte unter diesen Umständen seine Unterstützung auf dem Lande, da die Bauern revolutionär gestimmt waren. Er ermunterte sie zu mehrfachen Aufständen gegen ihre Grundbesitzer bzw. Kriegsherren und propagierte Gewalttaten. Mao war überzeugt, dass eine „kurzfristige Periode des Terrors notwendig“ sei um bestehende Verhältnisse umzuwerfen.
Dennoch unterscheidet sich der Leninismus ideologisch betrachtet nicht vom Maoismus, da beide stets dasselbe Ziel vor Augen hatten. Allerdings kristallisierten ihre Vorgehensweisen nationale Besonderheiten heraus. Sowohl Lenin, als auch Mao erlangten die Macht, da sie sich der Unterstützung unzufriedener und verzweifelter Bevölkerungsteile sicherten. Hätte Lenin in Asien seine Revolution durchführen wollen, so hätte er sich auch auf die Bauern gestützt, da er kolonialen Ländern eine solchen Bauernrevolution empfahl. Für den Fall China riet er den Kommunisten sich eine gewisse Zeit mit dem demokratischen Bürgertum zu verbünden um gemeinsam gegen imperialistische Mächte und Feudalherren anzugehen. Er warnte jedoch vor einer Verschmelzung mit dem Bürgertum, da nach der demokratischen eine sozialistische Revolution geschehen solle. Ähnlich verlief die Geschichte Russlands. In der bürgerlich-demokratischen Revolution zu Beginn des Jahres 1917 besiegten gemeinsam die Arbeiter und ein Teil der Bourgeoisie die Armeen des Zaren. Im Oktober besiegte dann das Proletariat die Bourgeoisie.
Mao griff dieses Verfahren auf, definierte jedoch das Verhältnis zur Bourgeoisie neu. Er teilte das
ürgertum in Gutsbesitzer, Mittelbourgeoisie und Kleinbourgeoisie. Erstere hielt er für revolutionsungeeignet, letztere schloss er in den revolutionären Ablauf mit ein. Das Mittelbürgertum spaltet sich und wird nach Mao entweder zu Revolutionsgegnern oder -befürwortern. Ein Teil des Bürgertums sollte demnach an der chinesischen Revolution teilhaben. Sinn dieser Koalition war es, einen privaten Kapitalimus aufzubauen, da dieser die Wirtschaft vorantrieben sollte. Mao betonte jedoch, dass dies nur eine vorrübergehende Phase sein werde.
Während man in Russland die Intellektuellen und das Bürgertum konsequent liquidierte, versuchte man in China sie in einer Gedankenreform oder auch „Gehirnwäsche“ auf den sozialistischen Weg zu bringen. Da Russland zum Zeitpunkt der Revolution weiter entwickelt war als China, konnten die Russen eher auf die wirtschaftliche Unterstützung der Intellektuellen, indenen auch ein höheres politisches Gefahrenpotential steckt, verzichten. In China, wo das Denken seit Konfuzius traditionell behandelt wird, versuchte man mit Hilfe der Intellektuellen nach der sozialistischen Umerziehung eine sicherere materielle Voraussetzung für das Land zu schaffen.
Chinesische Parteigegner wurden nicht wie in den russischen Mordjahren 1936-1938 hingerichtet, sondern „nur“ von der Partei ausgestoßen oder inhaftiert. Für Mao gab es keine zwingenden Gründe einen solch brutalen Weg, wie Stalin ihn einschlug, zu betreten, da sich zur Zeit der Machtergreifung die KPCh in der Bevölkerung bereits relativ fest etabliert hatte und der Sieg 1949 vollkommen war. In Russland folgte der Machtergreifung ein schwerer Bürgerkrieg. Lenin hatte zwar durchaus klare Vorstellungen, wie er die Macht an sich reißen kann, jedoch traten Probleme bei der Machtumsetzung auf. Erst Stalin vermochte mit seinem Fünf-Jahres-Plan dem land einen prägenden Stil aufzuzwingen.
Durch beschriebene Abweichungen vom russischen Sozialismus, entwickelte sich zwischen China und Russland eine nervöse und gespannte Freundschaft. China versuchte aus seiner Schülerrolle auszubrechen, indem es seinen Weg als den richtigen, den der am schnellsten zum Kommunismus führt, betitelte. Besonders laut waren Chinas Lobeshymnen auf die 1958 eingerichteten Volkskommunen. China forderte die Ostblockstaaten auf, dem chinesischen Vorbild zu folgen, da die Volkskommunen fortschrittlicher seien, als die in der UdSSR eingeführten Kolchose. Die UdSSR versuchte hingegen, seine Vormachtstellung innerhalb sozialistischer Staaten aufrecht zu erhalten. Somit entwickelte sich zwischen China und der UdSSR ein Streit um Vormachtstellung und Entwicklungsvorsprung. Besonders interessant, für die Untersuchung des Einflusses Pekings und Moskaus auf Angola und Mosambik ist, dass China für sich beansprucht, ein besseres politisches und wirtschaftliches Modell für Entwicklungsländer zu sein, als das russische: „Der klassische Typ der Revolution in imperialistischen Ländern ist die russische Oktoberrevolution. Der klassische Typ in kolonialen...Ländern ist die chinesische Revolution.“
Der Konkurrenzkampf zwischen den beiden Staaten ging sogar so weit, dass Russland sich weigerte China in Zeiten großer Hungersnot zu unterstützen. Die Hilferufe Chinas wurden nicht erhört, denn eine wirtschaftliche Schwächung Chinas gab der UdSSR einen gewissen Entwicklungsvorsprung. Und so mussten in der Zeit von 1959-1961 Millionen Menschen in China verhungern. Das bereits mehr als angeknackste sozialistische Bündnis zwischen China und der Sowjetunion zerbrach endgültig.


Mosambik
3. Mosambik

3.1. Der Weg zur Unabhängigkeit

Am 25.6. 1975 um null Uhr konnte Samora Machel die totale Unabhängigkeit Mosambiks verkünden. Dreizehn Jahre hatte die Befreiungsbewegung, die aus drei Unabhängigkeitsbewegungen fusionierte, gebraucht um sich gegen die portugiesische Kolonialarmee durchzusetzen. Die Frelimo, die sich aus drei nationalistischen Bewegungen zusammensetzte, stellte ein Bündnis verschiedener Klassen dar: sie vereinigte die Arbeiter, Bauern und das Kleinbürgertum. Die Interessensunterschiede der Klassen sollten sich später als problematisch herausstellen, jedoch im Kampf gegen die Kolonialunterdrückung, vereinte sie der Wille zur Souveränität.
Bereits kurz nach Gründung der Bewegung, sandte man aufgrund mangelnder nationaler Erfahrung militärische Ausbilder ins Ausland um von fremden militärischen Kenntnissen und Erfahrungen zu profitieren. Der bewaffnete Kampf gegen die Kolonialmacht forderte den politischen und wirtschaftlichen Aufbau der Bewegung, da in Nordmosambik bereits frühe Erfolge verzeichnet wurden. Die Besetzung von Provinzen zog die Schaffung von Verwaltungen nach sich. Dabei entstehende Konflikte und deren Lösung waren entscheidend für den Charakter der Politik, wie sie nach der Unabhängigkeit aussehen sollte.
Da die portugiesische Kolonialarmee gezielte Vergeltungsanschläge auf die Bevölkerung ausübte, sah sich die Frelimo verpflichtet, die wehrlosen Bauern zu schützen. Dafür mussten die verstreut lebenden Gemeinschaften erst einmal organisiert werden. Es wurden Gemeinschaftshütten eingerichtet, die sich später als Vorstufe zu landwirtschatflich organisierten Gemeinschafts-Villages herausstellten. Schon in frühen Jahren wurden in diesen Dörfern Gemeinschaftsfelder eingerichtet um Guerilleros mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Einige lokale, konservative Vorsitzende lehnten diese genossenschaftliche Produktionsweise aufgrund von Eigeninteressen ab und blockierten derartig radikale Verfahren.
Gegen Ende der 60er kristallisierten sich zwei Linien innerhalb der Frelimo heraus. Die erste verstand die angestrebte Unabhängigkeit als einen Prozess des personellen Wechsels innerhalb bestehender staatlicher Strukturen, mit all ihren Erscheinungen der Ausbeutung und Unterdrückung. Die zweite Linie setzte auf eine radikale Transformierung der Gesellschaft. Hauptprotagonisten dieser Gruppe waren radikale, kleinbürgerliche Intellektuelle mit städtischem Hintergrund. Auf dem 2. Frelimo Kongress 1968 setzte sich die zweite Linie durch. Daraufhin blockierten die konservativen Lokalvorsitze ihre privaten Armeen. Das ermöglichte den Portugiesen intensivere Angriffe. Ihre Zuspitzung fanden die Attentate in einer Briefbombe, die gemeinsam von der nationalen Opposition mit den Portugiesen organisiert wurde und den Präsidenten Frelimos Eduardo Mondlane 1969 ermordete. Samora Machel wurde 1970 sein Nachfolger, was der Frelimo zu einer verstärkten politischen Organisation verhalf. Mit seiner neuen politischen Kultur, Anfang der 70er, konnte die Verwaltung nördlicher Provinzen gestärkt und in den ländlichen Gebieten ausgebaut werden. In der Stadt beschränkte sich die Kontrolle weiterhin auf Untergrundorganisationen, sodass die Hauptstützen der Frelimo die ländliche Bevölkerung waren. China begrüßte diese Art der Revolution, da es nun seinen Sozialismus tatsächlich als den besseren Weg für Länder in der 3. Welt darstellen konnte.
Aufgrund des politischen Umsturzes in Portugal im April 1974 war das Ende der Kolonialzeit in absehbarer Nähe. Der Befreiungskampf in Mosambik gilt für die Wandlung in Portugal als „wesentlicher auslösender Faktor“
Mit der Unabhängigkeit galt es für die Frelimo politische Präsenz in Zentral- und Südmosambik einzubringen. Präsident Machel forderte die Einrichtung von Parteikomitees in Unternehmen um die Arbieter mit der neuen Politik vertraut zu machen. Die Entstehung dieser Komitees oder Dynamisierungsgruppen stellte einen relativ unkontrollierten Prozess dar. In Städten übernahmen die eloquenteren Kleinbürger die politische Verantwortung. Ihre Aufgaben waren unter anderem, das politische Geschehen zu erläutern, Wirtschaftssabotage aufzuhalten und aufgegebene Betriebe zu reorganisiseren. Diese Einrichtunegn sollten jedoch keine dauerhaften Institutionen darstellen, sondern dienten vielmehr als eine Übergangslösung . Die Partei versuchte außerdem die Bürger durch Frauen- (OMM) und Jugendbewegungen (OJM) und Gewerkschaften (OTM) zu organisiseren. Die Bevölkerung reagierte auf diese Kampagnen mit Zurückhaltung. Wirkliche Erfolge konnten nur in wenigen industriellen Betrieben und der Parteispitze selbst verzeichnet werden. In weiten Teilen des Landes hatte die Partei keine Möglichkeiten sich fest zu artikulieren, da Verbindungen zwischen Zentralinstanzen zur breiten Masse als völlig unzureichend galt.

3.2. Bekenntnis zum Marxismus-Leninismus

Marxistische Züge tauchten erstmals 1969 innerhalb der Frelimo auf, davor war sie lediglich eine nationalisitische und antikoloniale Bewegung.
Aus der Natur der Kolonialzeit, die Reichen durch die Masse zu bereichern, entwickelte Frelimo in Anlehnung an die Ostblockstaaten die Opposition: den Sozialismus. Auf dem 3. Parteikongress 1977 beschloss die Frelimo die Umwandlung in eine Avantgardepartei, die den Vorhut der Arbeiter und Landbevölkerung darstellen soll. Die Partei sollte von nun an im Kampf gegen die Ausbeutung der Menschen durch die Menschen Arbeiter, Bauern, Soldaten und revolutionäre Intellektuelle vereinigen. Die Partei verfolgte die Idee des Einparteien-Staates, in dem die Frelimo über alle Mosambikaner herrscht und die Masse vereint hinter deren Zielen steht. Die Grundlage dafür war der wissenschaftliche Sozialismus. „Die Erfahrungen aus dem revolutionären Kampf des Volkes von Mosambik und der Marxismus-Leninismus seien die ideologische und theoretische Grundlage für das Handeln und die Entwicklung der Partei, der demokratische Zentralismus sei ihr Organisations- und Arbeitsprinzip.“
Als wichtiger Schritt zur Einübung in die neue Politik galten die Wahlen zur Volksversammlung im Jahr 1977. Auf Lokalebene wurden Kandidaten vorgeschlagen, die dann in öffentlichen Versammlungen ausdiskutiert wurden. Diese Wahlen dienten dem Verständnis der Bevölkerung bezüglich politischer Organisation. Jahrhundertelang bestand in dem Kolonialstaat die Devise für das Überleben aus Gehorsam und Mundhalten.

3.3. Parteiorganisation und Funktion

Das höchste Organ der Partei war der Parteitag, der alle fünf Jahre zusammentreten sollte. Dazwischen entschied das Zentralkomitee über politische Geschehnisse. Weitere einflussreiche Institutionen waren das Politbüro und das Parteisekretariat. Die Parteiführung innerhalb zeichnet sich durch ein „außerordentlich hohes Maß an personeller Kontinuität und an Geschlossenheit“ aus. Hauptcharaktergeber dabei war Präsident Samora Machel, der als „Hero of Africa“ gefeiert wurde.
Mit der Unabhängigkeit und der anschließenden Verstaatlichung von Unternehemen erhielten die Parteifunktionäre entscheidenden Einfluss auf die nationale Kapitalakkumulation und die Wirtschaftsentwicklung. Die Funktionäre bestanden aus dem revolutionären Kleinbürgertum oder dem einheimischen Kleinbürgertum, die bereits im kolonialen Staatsapparat mitwirkten. Innerhalb dieser Reihen entwickelten sich zwei verschiedene Entwicklungstheorien. Die erste Linie setzte auf starke Mobilisierung der Volksklasse und der kollektiven Produktionsform. Dieser Ansatz hatte seine Wurzeln in der Kollektivierung während des Befreiungskampfes. Die zweite Entwicklungstheorie hatte als Basis eine starke Modernisierung und Industrialisierung. Diese Tendenz hatte ihre Ursprünge in dem Modernisierungsboom der ausgehenden Kolonialwirtschaft. Das Zentralkomitee kritisierte den zweiten Entwicklungsweg, da hierbei Klassenunterschiede nicht abgebaut, sondern genährt werden.

Eine der zentralen Anfangsaufgaben war es, den rassistichen Kolonialstaatsapparat zu zerstören und einen neuen Typ zu organisiseren, der den Interessen der breiten Masse dienen soll. Beides stellte sich als problematisch heraus. Zu wenig hochrangige Kader waren zugänglich, somit nahmen diese Positionen weniger qualifizierte „mittlere“ Kader ein. Dies führte wiederum dazu, dass untere Positionen von unqualifizierten Personen besetzt werden mussten, die in ihren Aufgaben aufgrund keinerlei bürokratischen Erfahrungen maßlos überfordert waren. Aus diesem Grund ging die Frelimo 1980 in die politische und organisatorische Offensive und versuchte die Staatsorgane gezielt zu koordinieren.

3.4. Durchsetzungsmethoden

Gegen Schwarzhändler und Wirtschaftskriminelle wurden öffentliche Prügelstrafen oder gar Todesstrafen erlassen. Desweiteren wurden städtische Arbeitslose zu Zwangsarbeit auf dem Land gezwungen. Derartig autoritäre Methoden halfen jedoch nicht der Partei ihre Ziele zu verwirklichen. Der Schwarzmarkt breitete sich stattdessen aus, und ihre Betreiber wurden zu Frelimogegnern. Die harte Gangart der Partei führte lediglich zu einer allgemeinen Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung.
Um dennoch Gefolgschaft aufzubauen wurden Camps eingerichtet, in denen unmoralische oder politisch unmotivierte Menschen entsprechend der Parteilinie umerzogen werden sollten. Viele Schicksale sind in diesen Lagern noch ungeklärt.

3.5. Bedeutung der Arbeiter und Bauern

Während der Unabhängigkeitskämpfe stellte die Bauernschaft die größte Stütze Frelimos dar. Mit dem Sieg über die Portugiesen sollten die Arbeiter eine ebenso große Rolle innerhalb des weiteren gesellschaftlichen Prozesses erhalten. Frelimo maß der arbeitenden Bevölkerungschicht eine programmatisch-zentrale Rolle in der Weiterentwicklung Mosambiks bei, obwohl diese zur Unabhängigkeit nur schwach entwickelt war. Ein großer Teil der Arbeiter war in Südafrika und Zimbabwe tätig. Die Industrialisierung setzte in Mosambik selbst erst in den Sechzigern ein und stellt somit ein neues Phänomen dar. Erst mit der Unabhängigkeit wurden schwarze Arbeiter in die Politik eingeflochten. Mit Hilfe der Dynamisierungsgruppen sollte dieser Prozess beschleunigt werden. Sie stellten das Vertreterorgan der Arbeiter dar. Auf diesem Wege beteiligten sich die Arbeiter an der Produktionsplanung und Kontrolle. Der damilige Präsident Machel verdeutlichte die Bedeutung dieser Arbeiter-Produktionsräte im politischen Prozess: „In der gegenwärtigen historischen Phase sind die Interessen der mosambikanischen Arbeiterklasse mit den Interessen des ganzen Volkes identifiziert...In ihrer politischen Linie , ihren Statuten und ihrem Programm synthetisiert unsere Partei die Interessen des Arbeiter-und-Bauern-Büdnisses und legt die Strategie für ihre Realisierung fest...“
In nördlichen Gebieten stellte die Bauernschaft eine größere Stütze dar als im Süden. Die männlichen Bauern des Südens arbeiteten zum Großteil außerhalb des Landes. National betrachtet stützte sich Mosambik deutlich stärker auf die Bauern als Angola, was sich auch in der Parteimitgliederanzahl widerspiegelte. Dies basierte auf der Organisation der Bauern in Gemeinschaftsdörfern, in denen 1982 immerhin 19 % der Bevölkerung lebten. In einigen Fällen wurde dieses Gemeinschaftsleben „mit äußerst autoritären Methoden“ durchgesetzt, was zu einer Entfremdung der Bauern zur Partei führte. Frelimo Funktionäre waren davon überzeugt, dass das System aufgrund strenger Disziplin funktionieren würde.
„In ..the policy of trying to force socialism onto people without appealing to them by offering incentieves was disastrous.“ Mit aufgezwungener Disziplin glaubte die Partei daran, die Revolution vorantreiben zu können. „In fact what happend was not a revolution, but just independence followed by disaster.“


3.6. Wirtschaftpolitik
Die Verstaatlichung von Betrieben waren Reaktionen auf die systematische Wirtschaftssabotagen der portugiesischen Siedler und deren Betriebsaufgaben durch anschließende landesweite Massenfluchten. Durch staatliche Interventionen konnte 1977 der wirtschaftliche Kollaps zumindest gestoppt werden. Es folgte eine überhastete staatlich initiierte Modernisierung für den „großen Sprung nach vorn“. Dabei sollte die Landwirtschaft als Basis und die Industrie als dynamischer und entscheidender Faktor fungieren.
Die Landwirtschaft galt für Frelimofunktionäre als „Hauptträger der Akkumulation für unsere Entwicklung.“ Ihre Aufgabe war es Rohstoffe für die Industrialisierung zu liefern, Nahrungsmittellieferant zu sein und Überschüsse zu produzieren um diese exportieren zu können. Als vorherrschender Sektor in der Agrarwirtschaft galten die Staatsfarmen, die ganz dem sowjetischen Stil entsprachen. Neunzig Prozent der Investitionen fielen anfangs auf die sowjetische Hoffnung innerhalb der Planwirtschaft. Frelimo war der Ansicht, dass riesige Investitionen in modern organisierten und strukturierten Farmen die Lösung aller wirtschaftlichen Probleme bedeuteten. Während man den Genossenschaften zumindest einen Bruchteil von Unterstützung bot, ignorierte die Partei die Familienbetriebe völlig. Die besten Kader wurden den überdimensionalen Staatsfarmen zugeteilt. Zusätzlich holte die Frelimo Kader aus sozialistischen Ländern um diese Farmen zu leiten. Jedoch mangelte es permanent an „kleinen“ Arbeitern, da die Versorgung der Arbeiter nicht gewährleistet wurde und verdienter Lohn aufgrund allgegenwärtiger Versorgungsengpässe faktisch wertlos war. Von daher zogen die Bauern es vor sich wieder auf Subsitenzwirtschaft zu beschränken. Der Arbeitskräftemangel sollte durch eine Mechanisierungswelle ausgeglichen werden. In den folgenden 4 Jahren nach dem 3. Kongress wurden für 50 Mio britische Pfund Maschinen, vorrangig Traktoren, importiert. Jedoch konnte die moderne Technik aufgrund mangelnder technischer Qualifiaktion weder gewartet noch repariert werden. Die erforderten traditionellen Nahrungsmittel hätten einen geringeren technischen Aufwand ín Form von Hacken u.ä. benötigt, wie er von Skandinavien vorgeschlagen und angeboten wurde.
In die kleineren Bauern-Gemeinschaftdörfern, wurde hingegen zu wenig investiert. „Am Anfang wurden ihnen Traktoren und andere Dinge versprochen. Aber die Versprechungen wurden nicht ausgeführt. Es gab Mißerfolge, und dann gingen einige Leute auf ihre privaten Farmen zurück.“
Die Bauern, einst größte Stütze der Frelimo, hatten ernste Zweifel an der neuen Landwirtschaftspolitik. Selbst Frelimo-Befürworter zeigten für Planwirtschaft keinerlei Verständnis. Die angegangenen Reformen brachten Probleme, die noch viele Jahre andauern mussten. Das Versagen auf dem landwirtschaftlichen Gebiet gilt als repräsentativ für die gesamte Politik Frelimos: Es ist eindeutig, dass hier zu schnell und zu kraftvoll Veränderungen erzielt werden wollten.
Die Krise in der Wirtschaftsplanung beruhte auf Unerfahrenheit der Verantwortlichen und Arbeiter, Kadermangel und auf „Präferenzen der „Aspiranten auf das Bürgertum“, wie sie die Frelimo nennt“, also jenen konservativen Teil der Regierung, der der kommunistischen Klassenideologie fernstand. Dieser Teil der Politiker war gegenüber den Bauern und den fortschrittlichen Frelimo-Mitgliedern recht durchsetzungsfähig, wodurch die kapitalistischen Züge der Regierung die sozialistischen verdrängte. Trotz der offensichtlichen kapitalistischen Politik in Großprojekten, bekannte sich die Regierung weiterhin zu dem Sozialismus.

3.7. Stimmung im Volk

Während der Kolonialzeit gewöhnten sich die Arbeiter daran, dass aufgrund von Zwang gearbeitet wird. Sie wurden mit Schlägen und Gefängnisstrafen dazu gezwungen, der Kolonialmacht zu dienen. Nach der Befreiung Mosambiks, wurde die Arbeit als Urlaubszeit angesehen. Ein Kleinbürger brachte die Stimmung auf den Punkt: „The government used to cheat us. We used to work, but got paid very little. If you complained that the money was too little you would be put in prison. There you can work for 6 months and not get paid money or anything. Now Frelimo has taken the country. Now we are resting. The one who is giving time to rest is Frelimo“.

3.8. Industrie - der Sprung nach vorn ?

Mit der Unabhängigkeit übernahm die Frelimo eine Kollapsindustrie, aufgrund des nationalen Siedlerexodus. Es waren weder Qualifikation noch Mittel zugänglich um einen Industrialisierungsprozeß zu gewährleisten. Um diesen planen zu können, fehlten statistische Grundlagen, Kenntnisse und ausführende Kader. Die 1978 gegründete Planungskommission arbeite daher mit sozialistischen Ländern zusammen, denen wiederum die nationale Erfahrung fehlte.
1981 stellte Machel dennoch seinen 10-Jahres-Plan auf, der den großen Sprung in Richtung Sozialismus ermöglichen sollte. Jedoch forderte er damit unrealistische Wachstumsraten.
Als 1982 Südafrika seine Destabilisierungskampagnen intensivierte, zusätzliche Naturkatastrophen einbrachen, wodurch die südliche Subsistenzproduktion zusammenbrach, folgten landesweite Hungerskatstrophen. In den Jahren 1983-84 starben 100 000 Menschen am Hungertod.

3.9. Südafrikanische Rebellion
Renamo, die von Südafrika ausgehaltenen Saboteure, übte gezielte Anschläge gegen wehrlose Bevölkerungsschichten um die Grundlage des Sozialismus zu zerstören. Ihr Ziel war es Mosambiks wirtschaftliche Abhängigkeit von Südafrika zu stärken. Diese Abhängigkeit ist ein koloniales Erbe Mosambiks. Aus dem Süden des Landes wurden vertraglich Minenarbeiter nach Südafrika geschickt. Dreh- und Angelpunkt der Kolonialwirtschaft waren Zwangsarbeit und -anbau. Der Entzug der Arbeitskräfte in Nachbarländern und die Landenteignung führten zu einer Verkrüppelung der mosambikischen Wirtschaft. Auch wenn sich die Kolonialpolitik seit den Sechzigern umorientierte, so war Mosambik zur Zeit der Unabhängigkeit immer noch eine Dienstleistungswirtschaft für Südafrika.
Die Renamo, die anfangs von Rhodesien unterstützt wurde, bekämpfte seit Ende der Sechziger die mosambikische Befreiungsbewegung Frelimo. Seit der Unabhängigkeit Zimbabwes übernahm Südafrika die Ruder im Bezug auf die Renamo. Die Frelimoregierung versuchte immer eine friedliche Lösung mit der Renamo zu vereinbaren, doch selbst unterzeichnete Verträge, wie der von März 1984 entpuppten sich als falsche Hoffnung. Die Rebellen übten gezielte Attentate auf Regierungsmitglieder, Bevölkerung, wichtige wirtschaftliche Basen und Hilfsgüter aus. „(I)n short, anything of any use to anyone - have all been systematically attacked and destroyed.“
*1
„No country can develop peacefully and constructively while it is driven by terrorism, and terrorism of a particulary brutal and cruel kind“. Unterstützt wurden derartige Destabilisierungskampagnen nicht nur von Südafrika, sondern auch von vielen westlichen Ländern. Die Beziehung Mosambiks zu den USA eskalierte als die Frelimo 4 CIA Agenten vorwarf, sie haben sich an Renamoattentaten beteiligt. Daraufhin verwieß Frelimo diese Agenten aus dem Land, was die USA veranlasste, weitere Renamoangriffe zu dulden und unterstützen. Anfangs schlossen sich den Rebellen unzufriedene Mosambiker an, jedoch nach und nach wurden neue Mitglieder zwangsrekrutiert. Mitglieder, die „nicht perfekt den südafrikanischen Interessen dienten“ wurden ermordet . Seinen Tiefpunkt hatte die Destabilisierungkampagne im Oktober 1986, als ein Flugzeug mit Präsident Machel an Bord in Südafrika fehlgeleitet wurde und das Leben des Präsidenten kostete. Die Unfallursache gilt zwar noch immer als ungeklärt, jedoch ist man sich im breitem Umfeld innerhalb der Frelimo sicher, dass dies ein politisches Attentat gewesen ist.

3.10. Abkehr vom Sozialismus

Durch die verschärfte Entwicklungskrise Mosambiks wurde im April 1983 auf dem 4. Kongress ein politischer Wechsel beschlossen. Von nun an sollte - anstelle von Staatsfarmen - die Familien- und Privatlandwirtschaft stärker gefördert werden. Größenwahnsinnige Entwicklungspläne machten Platz für Kleinprojekte der Industrie. Außerdem wurde eine Dezentralisierung und weitere Reformen auf staatlicher Ebene beschlossen.
Sechs Jahre nachdem auf den Marxismus geschworen wurde, kamen die Frelimofunktionäre 1983 zu der Erkenntnis, dass ihr eingeschlagener Weg nicht funktioniert und dass nicht nur allein die Bedingungen an dem Versagen Schuld waren. Somit wandte man sich offiziell auf dem Kongress vom Marxismus wieder ab. Das Bekenntnis zum Marxismus-Leninismus bedeutete nie das Akzeptieren einer ideologischen oder gar militärischen Vorherrschaft der Sowjetunion. Stattdessen betonte die Partei immer ihren nationalen Charakter. Präsident Machel weigerte sich sowjetische Militärbasen einrichten zu lassen, da die Verfassung von 1978 jegliche fremdländische Militärmacht in Mosambik ausschloss. Die Sowjetunion durfte keine Ausnahme bilden. „The socialist countries are natural economic and political allies of the third world, but they are not natural military allies.“
Machel wollte sich von nun an wieder auf die ursprüngliche Ziele der Frelimo konzentrieren: „We know very well what we do not want: the exploitation, the humaliations. But as to what we want and how to get it, our ideas are necessity still vague. They are born of practise, corrected by practice.“ Die Partei verlor während all der Jahre nicht die Fähigkeit sich selbst zu kritisieren und zu wandeln. Auch eine so fundamentale Wandlung bedeutet nicht, dass Frelimo sich selbst nicht mehr treu geblieben ist. Die Partei ist eine Organisation mit tiefen Wurzeln im politischen Geschehen, die aus ihren Fehlern gelernt hat. „Frelimo made some grave mistakes which cannot be excused for, but its task..was never an easy one.“

3.11. Auslandsbeziehungen

Außenwirtschaftlich wollte sich Mosambik durch enge Zusammenarbeit mit sozialistischen Ländern und Integration in den RGW über Wasser halten. Auf diesem Weg konnte Mosambik jedoch keine Erfolge verzeichnen. Die Mitgliedschaft in dem RGW-Staatenbund wurde 1981 aufgrund von Einwirken der Sowjetunion abgelehnt, wodurch Mosambik weiterhin von Südafrika und anderen kapitalistischen Staaten abhängig blieb. Die ehemalige DDR war der einzigste Ostblock-Staat, der Mosambik den vollen Eintritt gewährleisten wollte.
Die veränderte Auslandsbeziehung Mosambiks hatte 1982 ihren Anfang. Im April ging Mosambik ein Militärbündnis mit Portugal ein und knüpfte Kontakte mit Frankreich und Großbritannien. Ein weiterer symbolischer Schritt weg von der rein „sozialistischen Solidarität“ stellte die Nahrungsmittellieferung der BRD im August 1982 dar. Ebenfalls im August desselben Jahres konnte Mosambik mit China seine erste Handelsvereinbarung treffen. Zu Zeiten der Unabhängigkeitskämpfe stellte China einen wichtigen militärischen und ideologischen Partner dar. In Chinas Bemühen, dem Russischen Sozialismus Paroli zu bieten, sah Peking in der Bauernrevolution unter Frelimo eine Möglichkeit, das chinesische Modell als besseren Weg für die 3. Welt zu etablieren. „Die chinesische Militärhilfe ließ nach 1975/76 stark nach, als sich die Beziehung zwischen Mosambik und China im Gefolge der chinesischen Unterstützung für die Anti-MPLA-Gruppen in Angola und für das Angola feindlich gesonne Mobutu- Regime Zaires abkühlten.“
Die Verständigung mit der westlichen Welt musste aufgrund katastrophaler Zustände und der hohen Auslandsverschuldungen, die 1983 bei 1,3 Mrd$ lag eingeleitet werden. Um den außenpolitischen Druck zu mindern, reiste Machel Ende 1983 nach Westeuropa und bat um Unterstützung. Im September 1984 wurde der Beitritt Mosambiks in die IWF und die Weltbank genehmigt, wodurch ein wesentlich westlicher Schritt begangen wurde. „Das Ziel westlicher Länder ist es, Mosambik auf die kapitalistische Tugendpfade zu führen“ Besonders aggresiv gingen dabei die USA, GB und die BRD vor, welche enge Partner Südarfikas sind und den Sozialismus die Schuld an der landesweiten Not in die Schuhe schob. Schnelle Hilfe kam dagegen aus Ländern wie Schweden und Italien, die weniger enge Beziehungen zu Südafrika hatten. Auch nach dem Schritt nach Westen unterstützten die sozialistischen Staaten Mosambik uneingeschränkt weiter. Moskau respektierte Mosambiks Drang nach Beziehungsausweitung. Yuri Sepeler (Russischer Auslandsvertreter in Maputo) betonte, dass der Kreml Mosambik als völlig souveränen Staat betrachtet und „nobodys puppet“ ist. Die Sowjetunion stellte daher Mosambiks „Westöffnung“ keine Steine in den Weg. Streng genommen war Mosambik nie vollkommen westverschlossen, da es auch nach der Unabhängigkeit Handelsbeziehungen zu Südafrika und westlichen Industrieländern hatte.
Westliche Unterstützung konzentrierte sich auf Privatunternehmer, wodurch das Privatkapital in Mosambik aufgewertet und somit eine sozialistische Entwicklung erschwert wurde. Jedoch schwor man von nun an nicht auf den rein kapitalistischen Weg. „Our country has defined the construction of socialism. Only a socialist society guarantees to the people as a whole equal rights and opportunities..“ Allerdings wurde mit den Entwicklungen im südlichen Afrika wieder eine Diskussion ausgelöst, ob das Marxistische Modell überhaupt auf 3.Welt Länder übertragbar sei.
Frelimos Armee, die zu schwach ausgerüstet war um erfolgreich gegen die Renamo angehen zu können, wurde primär durch die Sowjetunion unterstützt. In einem Versuch 1982 das Militär neu zu organisieren, wandte sich Frelimo erneut an sozialistische Länder um Militärausbilder anzufordern. Die Sowjetunion konnte (oder wollte) jedoch den Erwartungen Mosambiks nicht ganz gerecht werden. Die teueren Waffen konnte sich Maputo nicht leisten, zudem waren die Waffen bis auf Ausnahmen der MIG-21s, MI-24 und SAM 7s „out of date“. Die Ostblock-Militärausbilder erwiesen sich aufgrund nationaler Unkenntnis gegen die Renamo als uneffektiv. Moskau verlangsamte zudem seine Unterstützung für Mosambik, wobei ein Grund dafür die Scheu vor der sicheren direkten Konfrontation mit der Renamo war.
Trotz dass die Renamo keine politische Alternative zur Frelimo darstellte, wurde die Rebellion von westlichen Ländern, wie Portugal und der BRD (CDU & CSU, namentlich F. J. Strauß) unterstützt. Amerikanische Förderungsgemeinschaften wie z.B. die Heritage Foundation machten es zu ihrem Ziel die Renamo zu einem selben Status zu verhelfen, wie es die Unita in Angola innehatte. Die israelische Regierung unterstütze die Rebellen auf militärischer Ebene, indem sie Kämpfer ausbildete. Der CSU-Leiter für Auswärtige Beziehungen maß der Renamo sogar eine „bedeutende Aufgabe“ bei und wünschte den Terroristen „viel Glück und Erfolg“. Und das, obwohl immer deutlicher wurde , dass „Südafrikas uneingestandes Ziel in Mosambik...die Zerstörung der mosambikanischen Gesellschaft“ ist.

3.12. Zusammenfassung

Während der Unabhängigkeitskämpfe gegen die Portugiesische Kolonialarmee stellte die chinesische Revolution das Leitbild der Frelimo dar. Chinas Bauernrevolution inspirierte und unterstützte die reaktionären Gedanken in Mosambik. Die Behauptung, dass die chinesische Revolution für 3. Welt Länder die richtige ist, galt am Beispiel Mosambiks zu beweisen. In dem Kampf gegen die portugiesische Knechtschaft vereinte die Frelimo alle revolutionären Kräfte im Land. Nach der Unabhängigkeit vollzog die neue Regierung einen deutlichen Wanderung zum russischen Vorbild, wodurch die chinesische Bruderschaft abbrach. Die auftauchende Frage nach der gesellschaftlichen Entwicklung wurde versucht mit mit einer revolutionären Umgestaltung, basierend auf den Marxistisch-Leninistischen Gedanken, zu lösen.Bis 1984 war die Sowjetunion wichtigster Partner. Wirtschaftspolitik und Militäreinheiten lehnten sich an das russische Vorbild an. Die Revolution wurde teilweise mit sehr autoritären Methoden durchgeführt, sodass sich weite Teile in der Bevölkerung, inklusive der Bauernschaft von der neuen Politik abwandten. Zusätzlich hemmte die gezielte Störpolitik Südafrikas und der westlichen Welt den Aufbau des Sozialismus. Aufgrund des Scheiterns des eingeschlagenen Weges, wurde in den Achzigern ein politischer Wechsel innerhalb der Partei beschlossen. Von nun an hatten die westlichen Anschaungen in Mosambik mehr Platz das Land in die kapitalistische Wirtschaft und Gesellschaft zu leiten.


Angola
4. Angola

4.1. Die Unabhängigkeitsbewegungen

Im Gegensatz zu den mosambikischen Befreiungskämpfen, die unter Führung
einer Bewegung stattfanden, kämpften in Angola drei Organisationen gegen die portugiesische Kolonialmacht. Unter diesen Unabhängigkeitsbewegungen herrschten ethnische, regionale, ideologische und politische Unterschiede, welche sich nach dem Sieg über die Portugiesen in einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg äußerten. Jedoch während der 14-jährigen Befreiungskämpfe verband die MPLA, UPNA und die UNITA das Ziel sich aus der kolonialen Knechtschaft zu lösen.
Die MPLA, die 1956 aus mehreren kleinen Organisationen gegründet wurde, stellte vorerst eine städtische Bewegung dar, verbreitete sich jedoch in den Sechzigern auch zunehmend auf das Land, mit dem Ziel eine vereinte Front aller antiimerpialistischen Kräfte zu werden. Das Endziel der MPLA hieß nicht nur die Unabhängigkeit Angolas. Ihre Ziele waren einen demokratischen Sozialismus aufzubauen, an dem das Volk vollkommen teilhaben kann und Besitzer aller wirtschaftlichen Reichtümer ist. Der antiimperialistische Charakter tauchte bereits in den Gründungsdokumenten der Organisation auf. Während im Kapitalismus das Proletariat unterdrückt wird, so wird im Kolonialismus das fremde Volk ausgebeutet. Die MPLA bezeichnete die Unterdrückung als ein Wesensmerkmal der kapitalisitschen Produktionsweise. Die Vollendung der Unabhängigkeit ist nur erreicht, sobald jegliche Form von Unterdrückung von Menschen über Menschen beseitigt ist. Diese Überzeugung war bereits vor der Unabhängigkeit in Teilen der MPLA-Führung tief verwurzelt, auch wenn man sich in der ersten Verfassung noch nicht offiziell zum Sozialismus bekannte. Um sich dem Ziel des Sozialismus auf der Basis der Theorien Marx’ und Lenins bekennen zu können „mußten harte ideologische Auseinandersetzungen ausgetragen werden.“
Beeinflusst und massiv unterstützt wurde die MPLA von der Sowjetunion, Kuba und weiteren Ostblockstaaten.
Die UPNA, die später zur UPA und FNLA wurde, zeigte sich als eine nichtkommunistische Alternative. Sie setzte aber aufgrund politischer Schwäche alles auf ihre Militäreinheiten. Die UPNA erfreute sich an Unterstützung der Bakongo, aus Zaire und seit 1974 auch aus der Volksrepublik China.
Den Verlängerungsarm der Kolonialisten stellte die UNITA dar. Sie schwankte zwischen Revolution und Kolonialbewegung und galt als Marionette des Imperialismus. Als Führer galt Jonas Savimbi, „he bacame the anti-Communist hope for expulsion of soviet, and restoration of Western influence in Angola.“ Die UNITA wurde massiv von Südafrika und der USA unterstützt. Außerdem wurden Kommandöre in China ausgebildet, unter der Bedingung in der Weltöffentlichkeit die maoistischen Errungenschaften aufzuwerten und die Fehler der Russen hochzustilisieren. Besonders die Ovimbundu, die 1/3 der Gesamtbevölkerung ausmachten, schlossen sich der UNITA an.

4.2. Übergang zur Volksrepublik

Mit dem Umsturz in Portugal, folgte eine abschnittsweise Entkolonialisierung Angolas, unter der Voraussetzung, dass sich die UNITA, die MPLA und die FNLA auf einen gemeinsamen politischen Nenner einigten. „Am 15. Januar hatten sich die drei angolanischen Freiheitsbewegungen unter der Aufsicht der Portugiesen auf einen friedlichen Wettstreit durch Wahlen geeignet. Minister Kissingers (USA Außenminister - Anm. d. A.) Reaktion darauf war: Legt mir einen Operationsvorschlag mit mehreren Varianten vor. Colby (CIA-Direktor..) wies den Abteilungschef für Afrika an, in einem halben Tag ein solches Entscheidungspapier auszuarbeiten. 2 Tage danach flog die erste Maschine mit Waffen nach Angola.“
Nach der Unabhängigkeit Angolas sollte das Land zur Schaubühne für die Kämpfe zwischen den Weltmächten werden. The civil war „escalated into an international flashpoint involving South Africa, the USA, the Sowjietunion, Cuba, and Zaire, as each of the rival parties turned to foreign governments for military support.“ Jede der Parteien wurde von Ländern unterstützt, die sich untereinander ideologisch fremd oder feindlich gestimmt waren. Die angolanischen Parteien übernahmen aufgrund von Hoffnung militärischer Unterstützung - zumindest ansatzweise die Anschauungen ihres „Sponsors“. Dabei entstand ein zähes Kräftemessen, ausgetragen auf dem Rücken eines frischgebackenen unabhängigen Dritten Welt Landes. „A host of external powers..continues to be involved in the protracted competition for control over a country whose natural ressorces could provide the basis for a prosperous future were it ever to enjoy a period of social peace.“
Der bestehende Konflikt zwischen den Organisationen eskalierte schnell zum offenen Krieg. Mit der Unabhängigkeit verschärften sich die inneren Widersprüche. Die Klassenkämpfe und die Frage nach dem gesellschaftlichen Entwicklungsweg trat in den Vordergrund. Die politische Bewegung MPLA, der sich ein Großteil der Bevölkerung anschloss, musste sich verstärkt gegen die Angriffe der beiden anderen Bewegungen zur Wehr setzten. Bis August 1975 kontrollierte die MPLA basierend auf Bevölkerungsunterstützung 12 von 16 Provinzen. Aufgrund dieser Rückschläge sahen sich unter anderem Südafrika, die USA, Zaire, Israel, Senegal und die BRD veranlasst, die MPLA Gegner stärker zu unterstützen. Je näher die offizielle Unabhängigkeit rückte, um so mehr Truppen und Waffen wurden in das Land gebracht. Die USA stellte Waffen und Militärausbilder für die beiden MPLA Gegner. „In dieser schweren Lage, wandte sich die MPLA an alle jene Staaten um Hilfe, von denen sie bereits im Unabhängigkeitskampf unterstützt wurde. Diesem Hilfeersuchen kamen neben einer Reihe afrikanischer Staaten vor allem auch die UdSSR, Kuba und andere Staaten der sozialistischen Gemeinschaft nach, die der MPLA rasch und entschlossen materiell und militärisch zur Seite standen.“ Die MPLA konnte die Hauptstadt Luanda halten und die Volksrepublik Angola ausrufen. Während die Frelimo in Mosambik sich auf weite populäre Unterstützung im Lande berufen konnte, hatte die MPLA jedoch eine relativ enge Basis in der Bevölkerung, die sich um städtische Intellektuelle konzentrierte.

4.3. MPLA an der Macht

Agostino Neto, Präsident der MPLA, machte es zu seinem Ziel „einen Staat der sozialen Gerechtigkeit aufzubauen.“ Dringende Aufgabe der neuen Regierung war der wirtschaftliche Wiederaufbau und Aufbau eines neuen Staatsapparates. Auch innerhalb der MPLA wuchsen mit der Machtübernahme die Spannungen und Konflikte. Während der Befreiungskämpfe organisierten sich viele MPLA-Vertretungen autonom und waren von Zentralinstanzen abgeschattet. Nito Alves z.B. sah sich mit seiner Nordfront-gruppe vernachlässigt und forderte mehr Machtteilnahme. Das Problem der pro-imperialistischen und rassistischen Intervention galt als Hauptaufgabe für die Weiterentwicklung der angolanischen Revolution. Aufgrund dieser Auseinandersetzungen veranlassten die obersten MPLA-Spitzen eine Spaltung der Bewegung und eine Verschärfung ihrer politischen Linie.

4.4. Bekenntnis zum Marxismus

„Either there is capitalism or there is socialism - there is no other way.“ (A.Neto)

Auf der 3. Tagung der MPLA im Jahr 1976 beschloss die Partei das Ziel für den gesellschaftlichen Entwicklungsweg: „Zusammengefaßt beschloß diese Tagung (23-29.Oktober 1976) die Grundorientierung ...der Organisation, in dem sie den wissenschaftlichen Sozialismus als das zu erreichende Ziel definierte.“ Die ehemalige Bewegung mit Platz für politische Anschaung beschloss daraufhin im Dezember 1977 ihre Umformierung zu einer Avantgardepartei. Sie bekannte sich auf dem Kongress offiziell zum Marxismus-Leninismus und schwor auf den demokratischen Zentralismus. Man entwarf detaillierte Wirtschafts- und Gesellschaftordnungen. Die Partei definierte sich als Proletariatspartei, die die Ziele der Arbeiter verfolgt. „MPLA is the party of the working class, uniting workers, peasents, revolutionary intellectuals and other workers dedicated to the proletariat in a social alliance.“ Präsident Neto betonte dabei, dass er eine angolanische Regierung aufbauen wird, die sich an den Erfahrungen sozialistischer Länder lediglich anlehnt: „We are going to build socialism in Angola. How we do this is an exclusively Angolan affair.“ Die marxistischen Theorien sollten mit den eigenen revolutionären Erfahrungen und den Bedingungen einer ehemaligen Kolonie gemischt werden. Eine politische Schule war dafür verantwortlich, zukünftige Parteimitglieder auf diesen Weg zu führen. Zusätzlich wurden politische und militärische Kader in der Sowjetunion ausgebildet. „Eines der kompliziertesten Probleme..war die schöpferische Anwendung der allgemeinen Prinzipien und Erfahrungen des Aufbaus und der Tätigkeit marxistsch-leninistischer Parteien auf die konkreten subjektiven und objektiven Bedingungen des Landes und einzelner Provinzen.“
Ähnlich wie in Mosambik wurde auch in Angola versucht, die Bevölkerung auf den Weg, auf den die Partei nun schwor, zu leiten. Es wurden Frauen-, Lehrer- und Gewerkschaftsbünde organisiert um die Volksmasse zusammenzuschließen. Präsident Neto bemühte sich frühzeitig die marxistische Ideologie durch Semniare, politische Radioprogramme, Diskussionen in Fabriken und gesellschaftliche Ereignisse zu verbreiten. Ziel war es die führende Rolle der Arbeiterklasse im Staat und in der Gesellschaft durchzusetzen.
„Die MPLA vermochte in der Tat im nationalen Befreiungskampf das Volk zsammenzuschließen, es zum militärischen Widerstand gegen den Kolonialismus und Imperialismus zu mobilisieren. Nach der Eroberung der Unabhängigkeit reagierte die MPLA auf die Zuspitzung des innenpolitischen Kampfes in Angola mit einer Radikalisierung ihrer politischen Linie; sie machte sich von konterrevolutionären Elementen und Fraktionsmachern frei.“
Mit dem Übergang von einer antikolonialen Bewegung zu einer marxistischen Arbeiterpartei erfolgte dann am 4.2.1978 eine innere Berichtigung - die „Retificacao“. Aufgabe dessen war es „die Irrtümer zu korrigieren, die Arbeitsmethoden zu verbressern, die Organisation von den schädlichen Elementen zu reinigen und die Mitglieder für die Ziele der Partei zusammenzuschließen.“ Mangelnde Disziplin und Anwachsen der Mitgliederzahl waren hinderlich für angesetzte Ziele, da Geschlossenheit als Grundvoraussetzung für die Entwicklung galt. Alte Parteimitglieder wurden selektiv übernommen und vereinigten sich mit ausgewählten Neuaufnahmen. Die Mitgliederzahl wurde auf 1/3 gekürzt und betrug nur noch 31 000. Dies bot eine größere Garantie auf Parteieinheit und ideologische Festigkeit. Die Aussonderung der Mitglieder fand in öffentlichen Versammlungen statt, die für alle Mitglieder offen standen.
Die Machtbefugnisse des Präsidenten und oberen Funktionären wurden in den kommenden Jahren systematisch ausgebaut. So erhielt José Eduardo dos Santos, ein in der Sowjetunion ausgebildeter Ölingeneur und Netos Nachfolger, mit Auswirkungen der Wirtschaftskrise und des permanenten Destabilisierungsdrucks neben politischen Sondermachten 1983 auch das Oberkommando über Militäreinheiten. Alle wichtigen Institutionen wurden von MPLA Mitglieder belegt, sodass der Staat der Partei untergeordnet war. Die Angolanische Revolution trat somit in die Phase der demokratischen revolutionären Diktatur der neuen Arbeiterpartei, mit dem Ziel den angolanischen Sozialismus aufzubauen. Die Partei suchte dabei nach einem Weg zum Sozialismus ohne die Phase des Kapitalismus durchschreiten zu müssen, da dies als Phase galt, die sie sich nicht leisten konnten. Als schlechtes Beispiel sahen die Funktionäre die anarchistischen Zustände in Zambia und Zaire. Doch die Vorstellung der sozialistisch orientierten Entwicklung wurde durch Funktionäre, die nach Machtausdehnung und Materiellen strebten beeinträchtigt. Viele Fachkräfte standen der sozialistischen Linie der Partei fern, was zu Leistungsverweigerungen und „erschreckende(n) Arbeitsergebnisse(n)“ führte. Haupthindernis für den Sozialismus waren jedoch die von den Kolonialisten verursachte Unterentwicklung und der permanente Krieg, bei dem neokolonialistische Interessen gezielt versuchten die Entwicklung des Landes und der Politik aufzuhalten.

4.5. Wirtschaftspolitik

Mit der Unabhängigkeit übernahm die MPLA ein wirtschaftliches Chaos. Ähnlich wie in Mosambik wurde die Wirtschaft in die Hände des Staates gelegt. Die Schaffung von Staatsbetrieben um den dramatischen Verfall der Wirtschaft zu stoppen „war jedoch anfänglich eine improvisierte Reaktion auf die Massenflucht der portugiesischen Siedler, die Tausende von Agrarbetrieben, Fabriken und Geschäfte aufgaben. Ohne staatliche Intervention konnten diese Betriebe nicht in Gang gehalten werden.“ Aus dieser Notlage entstand das kollektive Management unter Aufsicht eines Regierungsdeligierten. „Die neuen Unternehmensführer hatten vielfach weder die Qualifikation noch die Erfahrung um ihre Aufgabe erfolgreich zu bewältigen“, was zu ständigen Konflikten in den Betrieben führte. Auch mit den Kooperanten aus sozialistischen Ländern ließ sich der Mangel an Fachleuten nicht schließen. Zwar half die Sowjetunion in mehreren Projekten, wie der Erschaffung der neuen Staatsfarmen oder Gewinnung von Energie durch Wasserkraft, jedoch blieb die massive Unterstützung, die Angola nötig gehabt hätte um sich aus seiner Not zu retten aus.
Auf der Parteikonferenz 1974 sah man moderne technische Landwirtschaft als Lösung für Versorgunsprobleme. Wie in Mosambik, sollte auch in Angola die Landwirtschaft den Grundstein legen und die Industrie für die Entwicklung verantwortlich sein.
1977 konnte ein leichter wirtschaftlicher Aufschwung verzeichnet werden. Der Ölexport finanzierte den Nahrungsmittel-, Industriegüter- und Maschineninmport. Jedoch als 1981 die Ölpreise weltweit fielen, kam es zu einer „Zäsur in der Wirtschaftsentwicklung Angolas“.
Zusätzlich ermunterte Ronald Reagan nach seinem Amtsantritt Südafrika zu einer erneuten Eskalation gegen Angola. Die Männer mussten wieder in den Krieg und die Staatsausgaben konzentrierten sich auf das Miltär. Präsident Santos sprach in seiner Neujahrsansprache über die zentrale Rolle des Krieges in der wirtschaftlichen Entwicklung: „Wir müssen die Wirtschaft organisieren um die Kriegsführung zu unterstützen, und wir müssen Krieg führen um die Wirtschaft zu verteitigen.“

4.6. Landwirtschaft

Die staatlich organisierten Genossenschaften stießen bei den Bauern anfangs auf Resonanz, da ihnen materielle Unterstützung versprochen wurde, die jedoch meist ausblieb. Die MPLA Partei maß den Bauern eine geringere Rolle im revolutionären Prozess zu, als die Frelimo in Mosambik: „Durch seine Lebens- und Arbeitsbedingungen und durch die davon abgeleiteten Konzeptionen ist die werktätige Bauernschaft nicht in der Lage, die führende Rolle im Kampf zu übernhemen. Das ist so, weil der werktätige Bauer...einen Keim des Kapitalisten in sich trägt, denn er besitzt eine kleine Parzelle Land und Produktionsmittel und strebt danach, sie jedesmal mehr zu vergrößern. Aber die Transformation der Gesellschaft, sei sie kapitalistisch, sei sie sozialistisch , läuft tendenziell auf ein Verschwinden dieser Klasse hinaus, sei es durch Integration in die Arbeiterklasse, sei es durch die Formierung einer neuen sozialen Gruppe: der Genossenschaftsbauernschaft.“ Die MPLA hatte ihre Hauptstütze bei städtischen Industriearbeitern. Landarbeiter wurden erst 1979 in die Partei aufgenommen. Durch diese Abwendung von der chinesischen Revolution sah Peking in der MPLA keinen sozialistischen Bruder mehr, sondern ein Hindernis für die Etablierung des chinesischen Kommunismus.
Innerhalb der lokalen Genossenschaften bildeten sich Machtverhältnisse heraus, die sich nicht bewährten. Wer lesen und rechnen konnte, wurde zum Vorsitz ernannt. Es mangelte der Gruppe an Erfahrung in derartigen Organisationen, an Qualifikation der Mitglieder und an Gruppendynamik. Sobald Probleme in den Genossenschaften auftraten, brach die Gruppe auseinander. Die Arbeiter waren in ihrem Tun demotiviert. Dies äußerte sich in individueller Widerstandsstrategie und in Form von mangelnder Arbeitsdisziplin. Ein schwieriges Problem stellte das Zerstören des Eindruckes dar, dass nach der Unabhängigkeit weniger gearbeitet werden müsse. Auch heute noch herrscht unter den Angolanern eine weitbverbreitete Arbeitswut, die durch Versorgungsengpässe verstärkt wird. Das Überleben der Landarbeiter ist stark gefährdet, da die Waren meist nicht auf das Land kommen, wodurch ihr Lohn wertlos wird. „Ohne zu essen kann man nicht arbeiten.“ Die Bauern, die auch der Krieg gegen Südafrika schwer getroffen hat, zogen sich wieder auf ihr Land zurück um von Subsitenzproduktion zu leben. Sie vertrauten dem Staat nicht mehr, da sich auch nach der Unabhängigkeit die Lebensumstände nicht besserten.
Die Partei sah sich daher 1983 gezwungen ihren Landwirtschaftskurs zu ändern und versuchten die Familienfarmen verstärkt zu unterstützen. Aufgrund der Kriegssituation trug der Wandel jedoch kaum Früchte. „Wir werden eine kohärente Politik der Landwirtschaft nur dann umsetzen können, wenn wir den Frieden wierder erlangt haben.“

4.7. Beziehung zu Moskau

Moskau unterschied die sozialistisch orientierten Länder Afrikas in zwei Gruppen. Die erste Gruppe stellten Länder wie Tansania und Algerien dar, dessen Regierung sich an dem sowjetischen Vorbild anlehnten, aber im Grunde aufgrund bürgerlicher Ideologie handeln. Die zweite und höhere Gruppe stellten die revolutionären Arbeiterparteien-Regierungen dar, wie sie Angola hatte. Diese Länder waren an einer engeren internationalen Beziehung zu den Ostblockstaaten interessiert. Sowjetische Analytiker bezeichnen aber selbst diese nach ihrer Meinung höheren afrikanischen Staaten lediglich als Anlehnung an den Kommunismus: „They categorize even the most pro-soviet African governments as „of socialist orientation“ rather than genuinely „socialist““ In Angola sahen sowjetische Politiker dennoch eine gute Möglichkeit die Weltmacht der Sowjetunion zu sichern. „Soviet spokesmen openly expressed optimism that assisting the MPLA would spread „the idea of socialism and revolutionary anticolonialist ideology““
Angolas Befreiungskampf unterstützte die Sowjetunion mit Hilfe im Wert von $ 60 Mio. Seit 1974 gingen die Unterstützungen zurück. „(T)he soviet presence is limited and has been kept clear of any direct confrontation with South Africa forces.“Verstärkte Hilfe traf in Luanda ein als die Situation im Krieg zu eskalieren drohte. Dabei ergänzten sich die Unterstützungen, meist in Form von Waffen, Moskaus gut mit den Truppeneinsendungen Kubas.
Die MPLA war von den sowjetischen Militärgütern abhängig um im Krieg gegen die UNITA und FNLA erfolgreich zu agieren. Doch für die Waffen und auch für die kubanischen Truppen musste Angola in harter Währung bezahlen. Schon in dieser Hinsicht war Angola für die Sowjetunion reizvoller als das zahlungsunfähige Mosambik. Mit dem Niedergang des Sozialismus 1984 in Mosambik versuchte Moskau auch unter der Regierung von Gorbatschow seine Position im südlichen Afrika zu retten. Da in Angola aufgrund seiner vielfältigen wirtschaftlichen Möglichkeiten weit mehr auf dem Spiel stand, intensivierte die Sowjetunion seine Militäreinsätze gegen die UNITA. Die Sowjetunion stellte in Angola jedoch nie eine entscheidende Macht dar, in dem Sinne, dass sie über Angolaner herrscht. Die Russen legten z.B. der späteren „Westöffnung“ Angolas keine Hindernisse in den Weg und auch die marxistischsten Funktionäre Angolas blockierten nicht die westliche Wirtschaftsentwicklung im Bankwesen, der Ölraffinerie und anderen Produktionseinheiten. Wirtschaftliche Beziehungen zu der Sowjetunion waren eher schwach ausgebildet. Zwar unterstützten die Ostblockstaaten einzelne Projekte wie die Errichtung von Wasserkraftwerken, jedoch waren die Haupthandelspartner in der westlichen Welt anzufinden. 1982 machten die sozialisitischen Staaten gerade einmal 7% des Imports und 2% des Exports aus.

4.8. Auslandsbeziehungen

*2
Die Volksrepublik Angola, die bereits im Krieg geboren wurde, diente „als sozialistisch orientiertes Land...die ganzen Jahre über ...einer intensiven militärischen Destabilisierungskampagne“. Der Krieg gegen Südafrika, den die UNITA im Kampf gegen die MPLA unterstützte, hemmte den Wiederaufbau und die Entwicklung des Landes. Eine zentrale Rolle spielte dabei die USA, spätestens wieder seit der Reagan-Regierung: „Gut, offen gesagt würde ich die UNITA mit Waffen versorgen...Ich sehe an jemanden nichts falsches, der sich von der Herrschaft einer ausländischen Macht welche die Kubaner und Ostdeutschen sind, befreien will.“ Kein amerikanischer Präsident war auf so harten Konfrontationskurs gegenüber sozialistischer Staaten festgelegt: Reagan am 17.Mai1981: „Die westliche Welt wird den Kommunismus nicht eindämmen, sie wird ihn überleben. Wir werden uns nicht damit abgeben, ihn anzuprangern, wir werden uns seiner entledigen...“ Um dieses Ziel in Angola zu verwirklichen, scheute die USA nicht terroritische Aktivitäten der UNITA herunterzuspielen um den Kampf gegen die MPLA rechtfertigen zu können. „Althrough the Western media has not labeled the hostage-gathering as „terrorism“, the term seems unavoidable when reporting UNITA ferocity in urban centers.“ Anlehnung fand die UNITA auch in China. Zumindest den Kampfgeist und die antisowjietische Haltung wurden adoptiert. „The march of their chinese mentors that the march to power may be long and tortuos remains a guiding principle for the UNITA.“
Die Seperatistenorganisation FLEC, die das wirtschaftlich interessante Cabinda von Angola abspalten wollte, genoss enge Verbindungen zur CIA; ebenso die militärische Organisation COMIRA, die auf Betreiben der CIA aus der Konkursmasse der FNLA im August 1980 hervorging und sich im Nord-Osten des Landes einnistete. Unter diesen Banden befanden sich Militärberater aus Israel, der USA, Belgien und erfahrene Söldner aus Westeuropa. Die USA war auf „ständig harten Konfrontationskurs festgelegt..Diese Linie war von der Perspektive des West-Ost-Konfiltes und des Kalten Krieges bestimmt.“
Die Behauptung, die von westlichen Ländern laut wurde, dass die Umgestaltungen in afrikanischen Staaten lediglich aufgrund von Expansionstreben der Sowjetunion stattfand, wirkt jedoch grotesk. Es war Angolas freie Entscheidung nach jahrelanger kolonialer Knechtschaft, sich zum Marxismus-Leninismus zu bekennen. Die imperialistischen Mächte versuchten jedoch militärisch die verlorengegangene Position in Afrika zurückzuerobern um das „Rad der Geschichte zurückzudrehen.“ Der Vorsitzende des Afrikanischen Nationalkongresses Südafrikas Oliver Tambo erklärte im März 1982: „ Seit den Zeiten des deutschen Faschismus hat es wohl keine Regierung der Westmächte gewagt, so offen und schamlos der Rassismus zu unterstützen wie die Reagan Administration...(Die) USA .. hat sich den Sturz der fortschrittlichen Regierungen im Süden Afrikas und deren Ablösung durch seine Marionetten zum Ziel gemacht. ...“
Als das Land wirtschaftlich und kriegerisch am Boden war und sich aus den immensen Auslandsschulden nicht mehr herauswinden konnte, beantragte Angola 1987 den Beitritt in die Weltbank un die IWF. Durch den Beitritt musste die sozialistische Orientierung der kapitalistischen Ideologie Platz machen. Politische Reformen berücksichtigten das neue Potential in den privaten Organisationen. „Ziel der westlichen Länder ist es diese Spielräume noch zu vergrößern und kapitalistisch orientierte Kräfte in Angola fester zu etablieren.“
1991 beschloss die MPLA ihre Abkehr vom sozialistischen Einparteienstaat und die Hinwendung zur kapitalistischen Marktwirtschaft. Die demokratischen Wahlen bestätigten die Regierung der MPLA. Daraufhin nahm die UNITA erneut den Bürgerkrieg auf und weigerte sich die ihnen zugewießenen Posten zu besetzen. Seit 1992 musste die UNITA jedoch auf internationale Unterstützung verzichten, da die USA die MPLA als rechtmäßige Regierung anerkannte. Im November 1994 konnte in Lusaka ein Friedensprotokoll zwischen den Rivalen unterzeichnet werden. 1998 zerstörte der erneute Ausbruchs des Bürgerkriegs jedoch jede Hoffnung auf Frieden.

4.9. Zusammenfassung

Der Befreiungskampf der von drei Hauptorganisationen durchgeführt wurde, endete in einem jahrelang andauernden Bürgerkrieg, zwischen den Organisationen, die ausländische Ideologien adoptierten. Die sozialistische MPLA konnte sich gegen die beiden von der westlichen Welt unterstützten Parteien durchsetzen und die Volksrepublik Angola ausrufen. Die neue Regierung wurde jedoch nicht von den gegnerischen Parteien und deren Unterstützern akzeptiert, so dass ein offener Krieg zwischen Regierung und Opposition ausbrach. Die MPLA versuchte mit einer Straffung der Politik den Sozialismus nach russischen Vorbild aufzubauen. Aufgrund der andauernden Kriegssituation und der kolonialen Unterentwicklung musste die Wirtschaftpolitik, die sehr den russischen Modellen ähnelte, jedoch scheitern. Besonders Südafrika und die USA unterstützten massiv den Kampf gegen die sowjetisch orientierte Regierung. China entschied sich in seiner antikaptitalischen
und antisowjetichen Ideologie gegen die sozialistischen Kräfte in Angola. Nachdem der Wiederaufbau des Landes unmöglich erschien, lockerte die MPLA ihre sozialistischen Ansichten und vollzog eine Westöffnung, jedoch nicht indem sie komplett vom Sozialismus abschwor.
5. Problematik bei der Bearbeitung des Themas

Die unterschiedliche Betrachtungsweise Autoren und Autorinnen stellte sich bei der Bearbeitung der Thematik als problematisch heraus. Während westliche Publikationen meist versuchen das Handeln der USA u.a. zu rechtfertigen und die Zustände im sozialistschen Afrika als Tyrannei brandmarken, feiern die Literaturen aus Ostblockstaaten und aus Angola den Sozialismus als großartige Erungenschaft. Besonders die früheren Publikation liefern daher zwiespältige Eindrücke über die Sitatution in den beiden Staaten. Westliche Literatur erwähnen teilweise terroristische Aktivitäten der Renamo oder UNITA nicht, und sozialistische Literatur spielt z.B. die fehlerhaften Methoden der Frelimo herunter.
Ich habe versucht mich auf objektive Literatur zu konzentrieren, wie ich sie in z.B. in Beckers Lektüre sehe und parteiergreifende Bücher kritischer zu betrachten.

6. Schlußbemerkung
„Nichts in unserer Geschichte ist uns je ohne Schmerz zugekommen.“

Angola und Mosambik stellen zwei negative Beispiele dar, in wie weit das Dominanzgefühl der modernen Welt die Hoffnungen afrikanischer Länder ausrotten kann. Nach jahrhundertelanger Knechtschaft unter den Portugiesen konnten sich beide Länder ihre Unabhängigkeit erkämpfen. Doch die Souveränität äußerte sich nur in weiterem Leid. Statt den Frieden zu unterstützen und Angola und Mosambik in eine hoffnungsvolle Zukunft zu helfen, schürten die Weltmächte einen Bürgerkrieg in Angola und Terrorismus in Mosambik. Für das Streben nach Macht musste die afrikanische Bevölkerung auch nach Beendigung der Kolonialzeit bluten. Die Ostblockstaaten boten Mosambik Hoffnung auf einen neuen, unerforschten Weg und wirkten auch als Vorbild für einen Großteil angolanischer Bevölkerung. Die westlichen Weltmächte wollten dies nicht tolerieren, sondern schürten feindliche Stimmungen in beiden Staaten um die verlorengegangene Position wieder zurückzuerobern. Nur nach außen durften die beiden Staaten als unabhängig gelten. Aber im Grunde genommen, mussten Angola und Mosambik auch nach Erreichung der Unabhängigkeit als Marionetten der opposotionellen Weltmächte fungieren. Ein afrikanischer Weg wird ihnen seit Jahrhunderten verwährt.
Besonders Angola, das eines der reichsten Ressourcen Afrikas besitzt, hätte eine aussichtsreiche Zukunft vor Augen gehabt. Und auch Mosmabik könnte eine intakte Wirtschaft, aufgrund seiner Mineralien, Gas und Kohlevorkommen aufbauen, wenn der Wettstreit der modernen Welt nicht auf seinem Rücken hätte ausgetragen werden müssen. Die sogenannten Regionalkonflikte in Angola und Mosambik schienen erst mit Beendigung des Kalten Krieges und einer russisch-amerikanischen Verständigung beendbar zu werden.
Bei den Kriegen spielte nicht nur der Ost-West Konflikt eine Rolle, sondern auch das russisch-chinesische Konkurrenzverhalten. Besonders deutlich wurde dies in dem angolanischen Bürgerkrieg. Die russisch orientierte MPLA musste sich gegen die westliche und chinesische Unterstützung der beiden anderen Partei zur Wehr setzen.

Angola und Mosambik, wurden nach jahrhundertelanger Ausbeutungspolitik unter den Portugiesen, keine Chance auf eigenständige Entwicklung gegeben. Die Anlehnung an das russische Vorbild endete in einer gezielten Destablisierungskampagne der westlichen Welt. Dieser ausgeübter Druck zwang die beiden Staaten letzendlich auf die Knie. Um wieder aufstehen zu können, sind die beiden Staaten nun von den westlichen Unterstützungen abhängig.
Wie lange es dauern wird, bis die Wunden des Wettstreites um Macht verheilt sind, ist noch nicht absehbar. Auf jeden Fall bleiben für immer tiefe Narben, die an die Kämpfe der Weltmächte, ausgetragen auf den zerbrechlichen Rücken afrikanischer Bevölkerung, erinnern.



Abkürzungen

BRD Bundesrepublik Deutschland
CDU Christlich Demorkatische Union
CSU Christlich Soziale Union
CIA Central Intelligence Agency
COMIRA (Militärkomitee für den angolanischen Widerstand)
DDR Deutsche Demokratische Republik
FLEC (Separatistengruppe die Cabinda von Angola abspalten will)
FNLA Frente Nacional de Libertacao de Angola
Nationale Front für die Befreiung Angolas
Frelimo Frente de Libertacao de Mocambique
GB Großbritanien
IWF Internationaler Währungsfonds
KMT Kuomintang
KPCh Komunistische Parte Chinas
KPdSU Komunistische Partei der Sowjetunion
MPLA Movimento Popular de Libertacao de Angola
Volksbewegung für die Befreiung Angolas
OJM Organizacao da Juventude Mocambicana
OMM Organizacao da Mulher Mocambicana
OTM Organizacao dos Trabalhadores Mocambicanos
Renamo Resitencia Nacional Mocambicana (auch unter RNM & MNR bekannt)
RGW Rat für Gegenseitzige Wirtschaftshilfe
SU Sowjetunion
UdSSR Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (bis 1991)
UNITA Uniao Nacional para a Indepedencia Total de Angola
Nationale Union für die vollständige Unabhängigkeit Angolas
UPA Uniao das Populacoes de Angola
UPNA Uniao das Populacoes do Norte de Angola
USA United States of America


Grafiken
*1
christliche Postkarte, die in die südafrikanische Botschaft geschickt werden sollte
aus Hanlon, Joseph 1991 S. 71
*2
Ronald Reagan
aus Charisius; Lambrecht; Dortst 1983
S.266


1 basierend auf „Informationen zur politischen Bildung 1984 (178); 1990 (212) & Wochenschau Nov/Dez. 1989 Nr.6
2 basierend auf Mehnert 1962
3 Mehnert 1962 S.186
4 Ebd. S.188
5 Ebd.
6 Mehnert 1962 S.495
7 Vgl. Kindersley 1998
8 Vgl. Becker 1988
9 Ebd.
10 Vgl. Hanlon 1991
11 Vgl Becker 1988
12 Becker 1988 S.177
13 Vgl Becker 1988
14 Ebd
15 Vgl Anderson 1992
16 aus Dokumenten des 3. Kongreßes in Becker 1988 S. 180
17 Vgl Becker 1988
18 Ebd.
19 Becker 1988 S.187f.
20 Anderson 1992 S.27
21 Vgl Becker 1988
22 Ebd.
23 Ebd.
24 Vgl. Anderson 1992
25 Vgl Anderson 1992
26 in Becker 1988 S.196
27 Ebd S.198
28 Anderson 1992 S.33
29 Anderson 1992 S.34
30 Becker 1988 S.207
31 Kühne in Kitchen 1987 S.111
32 Vgl. Anderson 1992
33 Vgl Becker 1988
34 Maponta, Abgeordneter in Becker 1988 S.211
35 Vgl Anderson 1992
36 Becker 1988 S.214
37 Hillary Anderson 1992 S.21
38 Anderson S.36
39 Vgl Becker 1988
40 Ebd.S.218
41 Ebd. 1988
42 Front line Africa S.61
43 Mrs. Thatcher bei ihrem Mosambik-Aufenthalt in Smith 1990 S. 149
44 Vgl Becker 1988
45 Ebd. S.238
46 Gunn in Kitchen 1987 S. 121
47 Machel in Anderson 1992 S.44
48 Ebd. S.45
49 Vgl Becker 1988
50 Kühne in Kitchen 1987
51 in Kitchen 1987 S.110
52 Vgl. KÜhne in Kitchen. 1987
53 Becker 1988 S.239
54 Vgl Becker 1988
55 Ebd.
56 Kühne in Kitchen 1987
57 Sepeler 1983, in Kitchen 1987 S.106
58 Vgl Kitchen 1987
59 Präsident Chissano in Kitchen 1987 S.122
60 Kühne in Kitchen 1987
61 Kühne in Kitchen 1987 S.113ff.
62 Kühne in Kitchen 1987
63 Vgl Becker 1988
64 Ebd S.252
65 Ebd S.250
66 namentlich im Manifest von 1957 und im Programm der Organisation 1962 - in Kress/Petzold 1985
67 Kress/Petzold 1985 S.27
68 Vgl. Becker 1988
69 Vgl Kress Petzold 1985
70 Marcum 1983 in Kitchen S.8
71 Ebd. S.15
72 John Stockwell CIA, Leiter der Einsatzgruppe Angola; Charisius/Lambrecht/Dorst 1983 S.178
73 Smith 1990 S.39
74 Marcum 1984 in Kitch S.17
75 Vgl Kress Petzold 1985
76 Charisius/Lambrecht/Dorst 1983 S.178
77 Vgl. Becker 1988
78 Vgl Front line Africa S.35
79 Becker S.88
80 Vgl Becker 1988
81 in Wolfers/Bergeral s.165
82 Kress Petzold 1985 S.30
83 Vgl. Becker 1988 und Wolfers/Bergeral 1983
84 Wolfers / Bergeral S.165
85 Präsident Neto in Wolfers/Bergeral 1983 S.131
86 Vgl Becker 1988
87 Vgl. Wolfers/Bergeral 1983
88 Wolfers/&bergeral 1983 S.45
89 Vgl Becker 1988
90 Vgl. Wolfers/ Bergeral 1983
91 Vgl. Kress/Petzold 1985
92 Luiz Pazarro (Abteilungsleiter für pol. Erziehung) in Kress / Petzold 1985 S.41
93 Relatório do Comité Central ao 1°Congresse...a.a.O.S.17 in Kress/Petzold 1985 S.42
94 Vgl. Kress / Petzold 1985
95 Vgl. Becker 1988
96 Vgl Kress/Petzold
97 Vgl Wolfers/Bergeral 1983
98 Becker S.95
99 Vgl Kress/ Petzold 1985
100 Becker S.113
101 Ebd.
102 Vgl. Marcum 1984 in Kitchen.
103 Vgl. Wolfers/Bergeral 1983
104 Becker S.116
105 Ebd.
106 Zentralkomitee der MPLA von 1980 in Becker S.197
107 Vgl. Becker
108 Vgl Kress/Petzold
109 Angolaner in Becker S.125
110 J. Russo in Becker S.130
111 Vgl Marcum 1984 in Kitchen
112 in Kitchen S.105
113 Marcum 1984 in Kitchen S.19
114 Marcum 1984 in Kitchen S.31
115 Vgl. Gunn in Kitchen
116 Becker S.140
117 R.Reagan in seinem Wahlkampf in Becker S.146
118 Charisius/Lambrecht/Dorst 1983 S.228
119 Marcum 1984 in Kitchen S.27f.
120 Marcum 1983 inKitchen S.16
121 Vgl Morcum 1984 in Kitchen
122 Vgl. Charisius/Lambrecht/Dorst 1983 S.231
123 Becker S.166
124 Kress/Petzold 1985 S.40
125 Charisius/Lambrecht/Dorst 1983 S.231
126 Becker S.135
127 Information seit 1990 aus Kindersley 1998
128 ein angolansciher Befreiungsveteran in Becker 1988 S. 75
129 Vgl. African Watch report


Literatur
Anderson, Hillary
„Mozambique- a war against the people“
Mac Millan Press Ltd London
1992

Becker, Joachim
„Angola, Mosambik und Zimbabwe im Visier Südafrikas“
Pahl Rugenstein Köln
1988

Charisius, Albrecht; Lambrecht, Rainer; Dorst, Klaus
„Weltgendarm USA - Der militärische Interventionismus der USA seit der Jahrhundertwende“
MV Berlin
1983

Chingono, Mark F
„The state, violence and development“
Avebury Aldershot
1996

Hanlon, Joseph
„Mozambique - Who calls the shots?“
Indiana University Press Bloomington
1991

Heinzig, Dieter
„Moskau und Peking: Abbau der sicherheitspolitichen Barrieren“
Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien Köln
1989

Heinzig, Dieter
„Der neue ideologische Konflikt zwischen Peking und Moskau“
Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien Köln
1990


Human Rights Watch
„Conspicious Destruction: War Famine and the Reform Process in Mozambique“
Human Rights Watch New York
1992

Kitchen, Helen, editor
„Angola, Mozambique, and the West“
Praeger Publishers New York
1987

Kress, Albin; Petzold, Siegfried
„Volksrepublik Angola - Aufbruch in eine neue Zeit“
Staatsverlag der DDR Berlin
1985

Members of the Liberation Front
„Revolution in Angola“
Merlin Press London
1972

Mehnert, Klaus
„Peking und Moskau“
Deutsche Verlagsanstalt Stuttgard
1962

Révész, Lászlo (Übersetzer)
„Die Verfassung von Angola und Mosambik“
übersetzte Broschüren:
1) „Verfassung der Republik Mosambik“ Verlag Rechtsliteratur Moskau 1977
2) „Verfassung der Republik Angola“ Verlag Rechtsliteratur Moskau 1977

Smith, Susanna
„Front Line Africa - The Right to a Future“
Oxfam Oxford
1990

Wolfers, Michel ; Bergeral Jane
„Angola in the frontline“
Pitman Press Bath UK
1983

Zeitschriften
Informationen zur politischen Bildung
1984 (178);
1990 (212)
Wochenschau Nov/Dez.
1989 Nr.6

Software
Kindersley, Dorling
„Großer 3-D- Weltatlas 2000“
United Soft Media 1998


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