Wieder aufgetaucht: Kamerastabilisierung DSLR

Huch. Hab ich doch gestern beim Ausmisten meines iMacs doch tatsächlich einen Text wieder gefunden der seinerzeit für einen Fotografieblog geschrieben wurde. Der war dann aber irgendwie verschollen und durch einen anderen ersetzt wurden. Jetzt ist er wieder da und weil ich ihn nunmal nicht einfach löschen will, hau ich ihn einfach hier rein.

Einen fröhlichen Dienstag allerseits!





Das statische bewegte Bild



Wenn ich im Einsatz mit meinem Equipment bin, bekomme ich immer wieder dieselben Fragen: „Das ist aber ein Fotoapparat, oder?“ Oder: „Machst du damit Bilder oder Video?“ oder „Wozu hast du ein Mikro auf deiner Knipse?“ und und und... Und meine Antworten sind immer wieder dieselben: „Das IST ein Fotoapparat, aber ich kann mir halt keine Videokamera leisten“ wenn ich gut drauf bin. Oder ein „Ja. Damit kann man halt ganz gut auch filmen.“ wenn ich eine weiterführende Diskussion mit meinem gegenüber als nur mittelmäßig interessant einschätze.


Die DSLR Kameras, die immer noch als „neue Generation von Digitalen Kameras“ bezeichnet werden (obwohl sie sich mittlerweile einen ziemlich festen Platz in der Branche eroberten) haben meine Branche ziemlich auf den Kopf gestellt. Das besondere: man kann mit ihnen filmen. Ziemlich verdammt gut sogar. Besser als mit meinem teuer angeschafften Videoequipment. Ich will dem geschätzten Leser dieses Artikels nix vormachen: mit einer DSLR loszuziehen und mit dem Filmen mit selbiger Geld zu verdienen ist kein Zuckerschlecken. Das Handling ist – im Vergleich zu einer gescheiten professionellen Videokamera – unter aller Sau. Aber dennoch habe ich seit ich Besitzer von den 5Dii’s und 7D’s bin kaum mehr meine guten alten Sony Videokameras angefasst. Der Vorteil der DSLR Kameras im Filmbereich ist ganz klar das Endprodukt. Die Bildqualität. Die Unschärfen im Bild die man mit guten Objektiven erzielen kann. In einem Wort: Der Look. Ich lese immer wieder von Technikfreaks und Kritikern: schlechte Schwarzwerte, unnatürlicher Farbumfang, katastrophale Kontrastwerte und und und... Da kann ich gar nichts dagegen halten weil ich davon nichts verstehe. Ich mag einfach das Bild das die Kamera mir ausspuckt.


Aber nicht nur das. Das Zulegen der DSLR-Kameras hat mein Geschäft ein Stückweit umgeformt. Die Fotografie ist als Ergänzung hinzugekommen. Film ist immer noch mein Hauptding und wird es immer bleiben aber ich möchte die Fotografie nicht mehr wegdenken. Und weil ich jedem Filmer rate sich mit Fotografie zu beschäftigen und jedem Fotografen aufs eindringlichste rate, sich mit Film zu beschäftigen, habe ich mir gedacht heute der Fotografenwelt (ihr Blogleser) einmal ein paar Tips zu geben. Und es lag nahe dabei den Bereich ins Auge zu fassen der bei jedem Betrachten von aufgenommenen Material aus Fotografenhänden ins Auge springt: die Bildstabilisierung. Oder viel mehr: das Fehlen der Bildstabilisierung.


Ich kann schon verstehen: der Fotograf liebt zwar einerseits sein eingefrorenes Bild, seine Fotografie. Aber andererseits will er sich dann – wenn er einmal zum Medium Film greift – austoben. Die Bewegung zelebrieren. Ausbrechen aus dem festen Rahmen. Dabei ist dies gar nicht immer vorteilhaft. Der feste Bildrahmen hat auch im Film seine Berechtigung und eine sauber gewählte Perspektive gefilmt vom Stativ ist meist einer entfesselten Handkamera vorzuziehen. Die Details hierzu weiterzudenken und zu schreiben würde den Rahmen freilich sprengen. Ich möchte Euch lieber noch etwas Praktisches mit auf den Weg mitgeben: eine kurze Übersicht meiner liebsten Stabilisierungshilfsmittel, die ich einzeln kurz vorstellen will.


1. Die Schiene.


Ein Schiene, die 1,20 m lang ist und man eine Kamera darauf binden kann und diese dann 1,20 m nach links und wieder zurück schieben kann. Sehr schick für langsame Fahrten auf dem Boden liegend. Lässt sich aber auch auf ein stabiles Stativ schnallen. Nachteil: ist 1,20 m lang.


2. Der Skater.


Hat er einen glatten Untergrund, ist er unschlagbar. Fährt fleissig geradeaus oder im Kreis. Auf 3 Rollen aus dem Rollschuhbereich. Marke: Eigenbau meines Vaters.


3. Die Glidecam


Die Glidecam 4000: Eine Fast-Steadycam – nur ohne Weste. Der Vorteil: man ist flexibler als mit Weste. Durch die Gewichte werden die gröbsten Bewegungen des Filmers ausgeglichen. Erfordert aber einiges an Übung. Ein mittlerweile in meinen Produktionen verzichtbares Tool.


4. Das Dreibein


Nach wie vor nicht wegzudenken aus der Filmbranche. Nichts geht über eine ruhige Stativaufnahme. Der größte Nachteil: man ist schon recht eingeschränkt um auf irgendetwas schnell zu reagieren. Für szenische Dreharbeiten aber nicht wegzudenken.


5. Das Einbein


Das mit Abstand meistgenutzte Tool meinerseits. Zwar bei Weitem nicht annähernd so ruhig wie das Dreibein, aber dafür Mr. Flexible unter den Gelisteten. Ist gerade im Dokumentarischen Bereich (zB Hochzeiten) nahezu permanent im Einsatz. Man kann die Kamera immer ruhig halten, auch mal schnell vom Boden aus filmen oder im Weg stehende Störenfriede mit dem Carbon unauffällig niedermetzeln. Somit Pflicht für jeden DSLR Filmer!

Jetzt fehlt nur noch das Ende des Artikels, oder? Da fällt mir leider nix zu sein außer: wenn ihr Fragen dazu habt, einfach melden!

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6 replies | Antworten


  1. Flo schreibt am 24.05.2011, 10.51 Uhr

    Welches Einbein kannst du empfehlen? Bei Hochzeiten habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass mein Dreibein sehr sperrig ist. Habe das Velbon DV-7000 und bin damit sehr zufrieden. Gibt es was vergleichbares als Einbein? Die Preispanne der Einbeine ist doch sehr groß...

  2. Konrad schreibt am 24.05.2011, 11.31 Uhr

    Welches Einbein du nimmst ist relativ gleich. Es gibt welche die lassen sich immer ausfahren (und nur einfahren wenn man die Verschlüsse öffnet) Das ist praktisch. Typenbezeichnung hab ich grad nicht zur Hand, da ich selber so eines nicht besitze. Wesentlich bedeutsamer ist der Kopf des Einbeins. Da hab ich ein 501er von Manfrotto drauf. Ist recht schwer, aber damit lässt sich ganz nett spielen.

  3. Flo schreibt am 24.05.2011, 14.07 Uhr

    Danke dir. Richtig toller Artikel.

  4. Thomas Koppler schreibt am 24.05.2011, 15.46 Uhr

    das von konrad beschriebene und von mir heiß geliebte einbein ist das hier:
    http://www.manfrotto-shop.de/Einbeinstativ/Manfrotto/MA_685B_Neotec_Einbeinstativ.htm

  5. Daniel schreibt am 24.05.2011, 19.38 Uhr

    Vielen Dank für den Artikel!
    Hast Du zufällig noch die Bezeichnung der Schiene parat? Ich suche da nämlich noch was passendes.
    A propos Einbein: ich habe das Manfrotto 680B mit dem 234RC-Kopf. Relativ günstige, extrem stabile und für Hochzeitsreportagen handliche und flexible Lösung mit kleinem Kopf (aber ohne Handgriff) und meiner Meinung nach rundum empfehlenswert. Und nein, trotz anders lauteneder Amazonenempfehlung; man braucht für diese Kombination keinen Adapter!
    Beste Grüße!

  6. Konrad schreibt am 24.05.2011, 19.51 Uhr

    Die Schiene ... da muss auch wieder der Thomas sich zu Wort melden :D der hatte nämlich bei unserem letzten gemeinsamen Einsatz eine dabei, die von der Qualität der meinen voraus ist. Er hat sie mir zwar gesagt aber ich vergesse halt alles immer...



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