"I have a dentist appointment. But I don't
want to go. I don't like the dentist. Do you want
to go for me?"
"Thank you very much"
"Yeah?"
"Yes I can go for you"
Was macht einen modernen Kinofilm aus? Eine
spannende Geschichte? Ausgefeilte
Animationstechnik? Actionreiche Stunts?
Romantische Liebesszenen? Nun - Coffee and
Cigarettes ist nichts von alle dem. Wer die Filme
von Jim Jarmusch schätzt, wäre auch enttäuscht,
würde er sich an Konventionen des Filmes halten.
Coffee and Cigarettes besteht aus einer Collage
an Sequenzen. Jede ist in sich abgeschlossen. Der
Film wurde für das deutsche Kino nicht übersetzt.
Das hat auch einen Grund - der Dialog macht den
Film aus. Wie gesprochen wird dabei meist noch
mehr als was gesprochen wird. Es werden völlig
alltägliche Situationen gezeigt. Gespräche in
Hotels, in Caffees, bei der Arbeit usw. Immer
dabei: Kaffee und Zigaretten. Jarmusch überspitzt
vereinzelt was es bedeutet "Aneinander
vorbeizureden". Person 1 versteht Person 2 anders
und antwortet dementsprechend - was zu einer
zwischenmenschlichen Spannung führt. Diese wird
entweder ignoriert in dem das Thema gewechselt
wird oder sie führt soweit, dass die Personen
auseinandergehen. In einer anderen Sequenz fängt
der Film genau die Situation ein, die gegenwärtig
ist, wenn zwei Bekannte in einem Caffee sich
gegenübersitzen, sich nichts zu sagen haben und
deshalb irgendwelche Gespräche erfinden. Momente,
die jedem schon mal irgendwie passiert sind -
worüber aber nie nachgedacht wird. Dann kommt die
nächste Sequenz. Die eine ist lustig, die andere
greift das Thema "Klassenunterschiede" auf und
wieder eine andere ist scheinbar einfach nur
sinnleer.
Und darin liegt der Sinn des Filmes. Jarmusch
thematisiert das Alltägliche, das
nicht-dramatische. Und er widmet dem einen ganzen
Film. Viel mehr liefert der Film nicht. Aber das
ist vor dem Hintergrund des amerikanischen
Kinofilmes, der seinen Zuschauern immer wieder
das Selbe von Gut und Böse vorgaukelt eine ganze
Menge.
Hier eine wunderbare Szene mit dem Namen "No
problem":