Das H.264 EOS Material der Canon 5D Mark ii und
Canon 7 D wollen ja immer noch nicht so wirklich
problemlos bearbeitet werden. Mini Filme gehen
ohne Wandlung zu schneiden, aber erfahrungsgemäß
ab Minute 3 zickt die Timeline. Also muss hier
weiterhin gewandelt werden. Aber wie? Drei
Varianten und deren Vor- und Nachteile sollen
hier besprochen werden. Die Testumgebung: iMac
2.8 GHz i7 | 8 GB RAM unter Mac OS X 10.6.2 und
mit Final Cut Pro 7.0.
Die 3 Methoden
Drei Vorgehensweisen werden je nach Bedarf
angewandt. Jedes Mal ist das 5 D ii / 7D file das
Ausgangsmaterial und wird in ein MOV gewandelt
mit Apple ProRes 422. Dieses kann mit den oben
gelisteten Spezifikationen problemlos bearbeitet
werden.
VARIANTE 1: Wandlung
über das Canon Movie Plugin E1 für Final Cut
Pro.
Man steckt die Karte in den Cardreader und
ähnlich dem Loggen & Aufnehmen Prinzip
importiert man das Material über Loggen und
Übertragen. Das Material wird bereits gewandelt
auf die HardDisk eingespielt und direkt in die
Projektstruktur integriert (man definiert den
entsprechenden Log Bin). Zur Info: Immer wieder
taucht dabei aber ein Problem auf: aus
irgendwelchen Gründen bricht er die Konvertierung
von einzelnen Files gerne mal ab.
VARIANTE 2: Wandlung
über Compressor.
Einer Wandlung mit Compressor geht ein Transfer
auf die Festplatte voraus. Die eigentliche Stärke
liegt in der Wandlung von bereits
vorgeschnittenem Material. Man kann jedoch
Compressor auch zur Wandlung von Rohmaterialien
hernehmen.
VARIANTE 3: Wandlung
über MPEG Streamclip.
Das kostenlose
Programm wandelt per
Stapelaufnahmen brav alles in alles. So auch
unser H.264 5Dii Material in 422 ProRes.
Welche Variante ist die Beste?
Wie immer: das kommt drauf an. Ein Blick auf die
Geschwindigkeit der Umwandlung ist natürlich ein
wenn nicht sogar das ausschlaggebende Kriterium.
Testweise habe ich einen 33 Sekunden langen Clip
mit allen drei Varianten getestet. Hier das
Ergebnis:
Zeitlich gesehen ist MPEG Sreamclip trotz
vorherigen Transfer auf die Festplatte der
Sieger. Der Prozess dauerte 43 Sekunden (11
Sekunden Transfer + 32 Sekunden Wandlung) Im
Vergleich dazu: Das EOS Movie Plugin E1 braucht
für die Wandlung (inkl. dem Transfer) 57
Sekunden. Für diese Zwecke schon uninteressant
ist die Wandlung über den Compressor, da er
inklusive dem Transfer 69 Sekunden dauert.
Wenn die Zeit für die Wandlung alleine ein Rolle
spielt, ist also MPEG Streamclip Spitzenreiter.
Aber diese Variante verpflichtet dazu das
Material
komplett zu wandeln.
Das EOS Plugin E1 hat diesbezüglich einen
entscheidenden Vorteil: man kann das Material
sichten und sehr komfortabel
IN und OUT
Punkte setzen.
Wenn man die Zeit hat vor dem Import die Szenen
entsprechend zu markieren und man dann nur das
entsprechende Material umwandelt, dann ist das
Plugin somit First Choice. Doch grade bei
Projekten die erst während des Schnittes ihre
Form annehmen und man am Anfang noch gar nicht
weiss was am Ende gebraucht wird, ist diese
Variante nicht wirklich hilfreich. Ein weiterer
Nachteil zu MPEG Streamclip: während man
schneidet stoppt das Plugin die Transformierung.
Ein Weiterschneiden ist also nicht möglich.
Aber auch der langsamere Compressor hat seinen
Verwendungszweck wo er unschlagbar ist: Das
weniger planbare Schneiden unter Zeitdruck. Über
die Final Cut Option
Senden an
Compressor kann man eine im Ausgangsformat
geschnittene Sequenz als solche wandeln lassen
und anschliessend weiter verarbeiten.
FAZIT: für das klassische
Bearbeiten von Dokumentationen im Studio macht
nur die MPEG Streamclip Variante wirklich Sinn.
Bei planbareren Projekten ohne Zeitdruck
vor dem Schnitt hilft das CANON Plugin
den Workflow zu beschleunigen. Und bei Zeitdruck
hilft die Verknüpfung Final Cut / Compressor die
Deadline zu meistern.
Andere Ergebnisse und Herangehensweisen oder
Fragen sind herzlich willkommen!
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8 replies | Antworten
Danke Dir. Das war in jedem Falle sehr hilfreich.
Gibt es bei den 3 Varianten einen erkennbaren Qualitätsunterschied?
Muss man bei den Sequenzparametern was beachten?
Grüße aus Bayern
Markus
Das was bei den 3 Varianten rauskommt ist immer gleich. Fast empfehlenswert es auf ProRes LT einzustellen. Dann sind die files nicht so riesig. Ansonsten lass ich es immer bei den Voreinstellungen. LG.
Okay, danke nochmal.
Aber mit meinem FinalCutPro 5 muss ich wohl eher auf die bisherige Variante zurückgreifen. Für meine ersten 7D Clips ists ja mehr als ausreichend. Vielleicht wart ich noch auf FinalCutPro 8 :-)
So wie ich das sehe kann das 5er nur HDV (1440x1080) und zerrt es am Ende nur auseinander... ?
Mit dem 5er hab ich auch immer nur HDV geschnitten - entweder so wie in dem alten Blogeintrag oder in 720p. In den allermeisten Fällen reicht das ja auch locker....
... So oft hab ich was von dir gelernt, endlich ist mal der Tag gekommen an dem ich dir mal was zeigen kann :-)
Siehe mal hier:
http://www.videoaktiv.de/201006034254/News/Editing/Magic-Bullet-Grinder-DSLR-Videos-in-schnittfreundlichere-Formate-wandeln.html
und hier:
http://www.redgiantsoftware.com/social/grinder-quick-start/
Getestet und für EXTREM gut befunden...
Viel Spaß damit..
Thorsten
Hey Thorsten,
danke für den Link. Kannte ich noch nicht das tool! Habs mir gleich mal runter geladen. Scheint SEHR intuitiv und benutzerfreundlich. Den knallharten Speedtest hat's aber dann doch nicht überstanden. Habe mal 4 Files in ein Batch gehauen (insgesamt 280 MB).
ERGEBNIS:
- Grinder braucht 01:51 min um in PRO RES zu wandeln
- MPEGStreamclip erledigt das selbe in 01:02 min auf meinem Rechner.
Aber an der Benutzeroberfläche könnte sich MPEG S. eine Scheibe abschneiden!!
LG!!
Gut zu wissen. Schade das die 7.0 Version von FC immer noch nicht richtig damit klar kommt, obwohl damit gut Werbung gemacht wurde dass das Canon Format endlich unterstützt wird.
Bleibt zu hoffen dass mal was raus kommt wie clipwrap für m2t.
Endlich im bandlosen Zeitalter angekommen und los geht dafür die Warterei bei der Umwandlung. ;-)
Lg Andi