Wie Konrad zum Film kam

Dieser Blogeintrag soll interessierte Leser einen kurzen Überblick verschaffen, wie ich zu einem Filmemacher wurde. Meine ersten Experimente gehen zurück in das Jahr 1995 - ich war 15. Mit meiner Familie machte ich einen Safari Urlaub in Kenya. Zu diesem Zweck kauften meine Eltern eine Video-8 Kamera aus dem Hause Grundig.


Die Urlaubsaufnahmen ähneln denen vieler. Nur das ich zurück in Deutschland etwas mehr Nachbearbeitung in den Film investierte als die normalen Urlaubsfilmer. Mit einem Mischpult welches zwischen die Kamera und den VHS-Rekorder klemmte unterlegte ich die Naturaufnahmen mit Musik und setzte die sehr begrenzte Anzahl an Effekten und Filtern ein (es gab einen Regler für Schwarzblenden und einen Knopf für "Invertieren"). Das prägenste aber war die Unterlegung von Musik und deren stufenloser Mischung mit dem Originalton.

Die darauffolgende Phase kann man als Schuldoku's bezeichnen. Ich drehte heimlich im Unterricht. Offensichtlich bei Klassenfahrten und "interviewte" scherzhaft Passanten auf der Strasse.

In der Schulzeit versuchte ich mich auch an meinen ersten Spielfilmen. Ich drehte mit Freunden Spielfilme nach - besonders ist mir dabei eine nachgestellte Szene von Zurück in die Zukunft in Erinnerung, bei der brennende Reifenspuren auf einem Einkaufszentrum den Effekt der Zeitreisenden simulierte. Kleine Horrorstreifen à la Hitchcock waren ebenso prägend.

Nach der Schule stellte sich die Frage Quo Vadis. Ich hatte immer schon etwas auswanderisches in mir - einige Zeit wollte ich in den Regenwald Amazoniens umziehen und mit den lokalen Bewohnern leben. Also schrieb ich mich für Ethnologie ein und wählte - weil man das musste - ein zweites Fach: Filmwissenschaft. Diese Studienwahl war ein echter Segen, weil ich immer mehr darin aufging.

Die Kombination des Studiums des kulturell Fremden kombiniert mit dem Studium der Filmwissenschaften begeisterte mich von Semester zu Semester mehr. In den Ferien nutzte ich so oft es ging die Möglichkeiten zuerst Praktika und später Teilzeitjobs als Consulter bei der
GTZ zu machen. Ich kooperierte gegen Ende des Studium stark mit dem South Omo Research Center im Süden Äthiopiens, wobei ich erstmals Filme produzierte, die wirkliche Filme waren. Eine Liste was dabei entstand ist in der Filmographie nachzulesen. Ein paar Praktika bereiteten mich ebenfalls auf die Praxis des Filmes vor.

Mit dem Abschluss des Studiums stellte sich erneut die Frage - was nun? Möglichkeit A war, in Äthiopien weiter zu arbeiten. Ich entschloss mich, da ich mittlerweile eine Familie gegründet hatte, für den Standort Deutschland und entwarf die erste Homepageversion von www.licht-film.de.

Ein Ereignis bleibt noch zu erwähnen - die Hochzeit meiner Schwester. Irgendwann kurz nachdem ich erfahren hatte, dass meine Schwester heiratet, fragte sie mich "Konrad, du machst doch dann einen schönen Film oder?" Als dieser fertig war, dachte ich mir... "Damit kann man doch Geld verdienen". Das war 2005. Danach ging es dann im Sauseschritt zu dem, was heute die Licht Filmproduktion ausmacht.